Wettanbieter mit deutscher Lizenz: Was die GGL-Erlaubnis tatsächlich wert ist
Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis steht nicht auf der Startseite eines Buchmachers, sie steht auf einer einzigen Liste. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist das einzige amtliche Verzeichnis, an dem sich zeigt, wer in Deutschland Sportwetten im Internet veranstalten oder vermitteln darf – alles, was daneben mit „Lizenz“ wirbt, ist Werbung. Wer dort nicht steht, fällt unter das Verbot des § 4 Abs. 1 GlüStV 2021, gleichgültig wie seriös die Seite sonst aussieht. Wer dort steht, hat eine Erlaubnis, aber nicht beliebig viele: Die Erlaubnis deckt Sportwetten ab, nicht Slots, nicht Poker und nicht Online-Casinospiele, und sie bringt eigene Regeln mit, die das eigene Spiel verändern.

Stand der Daten: 19 Oktober 2026, geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und den Tätigkeitsbericht 2024.
Inhaltsverzeichnis
- Spielerschutz und Pflichten der lizenzierten Anbieter
- Ranking: Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich
- Die zehn Anbieter im Einzelblick
- Überblick: Was eine deutsche Lizenz tatsächlich bedeutet
- Was eine Liste nicht abdeckt – und was ein Vergleich leisten kann
- Wie sich der Markt entwickelt hat
- Was eine deutsche Erlaubnis am Ende konkret kostet
- Worauf bei der Anbieterauswahl zu achten ist
- Häufig gestellte Fragen
Spielerschutz und Pflichten der lizenzierten Anbieter
Eine deutsche Erlaubnis verändert den Alltag auf der Wettseite. Wer bei einem Anbieter mit GGL-Sportwetten-Erlaubnis spielt, bekommt nicht „mehr“ – er bekommt ein anderes Spiel. Das fängt bei der Identität an, geht über das Geld und endet bei der Frage, ob überhaupt gewettet werden darf.

Vollständige Verifizierung vor dem Spiel: § 6a GlüStV schreibt vor, dass Konto und Person vor der ersten Auszahlung vollständig übereinstimmen müssen. In den ersten 72 Stunden darf ein Anbieter ohne abgeschlossene Prüfung spielen lassen, mit einer Einzahlungsgrenze von 100 € und ohne Auszahlung. Danach gilt: ein Konto pro Anbieter, ein Konto, an dem der Name steht, Auszahlung erst nach Feststellung der Identität. Was auf Curacao eine Kaution ist, die später per Ausweis bestätigt wird, ist hier der Ausgangspunkt.
Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit: 1.000 € pro Kalendermonat, verteilt auf alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis zusammen, nicht pro Anbieter. Das ist die Grundeinstellung in der LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler eine höhere Grenze festsetzen, bis 10.000 € monatlich, und für höchstens ein Prozent seiner aktiven Kundinnen und Kunden bis 30.000 €, aber nur gegen nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, nicht gegen Selbsterklärung. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen Karenzzeit. Werbung mit „ab 5 € unbegrenzt einzahlen“ ist unter dieser Erlaubnis schlicht nicht möglich.
OASIS und Panikbutton: OASIS ist die bundesweite Sperrdatei. Sie wird bei Anmeldung und bei jedem Login geprüft. Eine Selbstsperre über OASIS dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Wer nicht selbst sperrt, kann von einem Dritten gesperrt werden, etwa Angehörigen oder dem Jugendamt. Dazu kommt der Panikbutton nach § 6i Abs. 3: ein Knopf, der sofort eine 24-Stunden-Sperre auslöst. Beides funktioniert nur, wenn der Anbieter an OASIS angeschlossen ist. Offshore ist er das nicht.
Parallelverbot und Aktivitätsdatei: Parallel zu spielen, also gleichzeitig bei mehreren lizenzierten Anbietern aktiv zu sein, ist nach § 6h GlüStV unzulässig. Die LUGAS-Aktivitätsdatei registriert, wer wo spielt, und sorgt dafür, dass ein paralleler Wettversuch technisch scheitert. Was bei ausländischen Anbietern als Multi-Hedging funktioniert, ist unter deutschem Recht schlicht nicht erlaubt.
Nur eigene Zahlungsmittel: § 6b Abs. 4 GlüStV lässt ausschließlich Zahlungen von einem Konto zu, das auf den Namen des Spielers läuft, bei einem Institut, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Lösungen – sind unter der deutschen Erlaubnis kein Weg in den Wettschein. Welche konkreten Marken ein Anbieter annimmt, ist dessen Sache und steht in dessen Zahlungsbedingungen; hier ist nur der Rahmen festgelegt.
Was das im Alltag kostet: Eine Senkung des Einzahlungslimits greift sofort. Das heißt: Wer im laufenden Monat 800 € eingezahlt hat und das Limit auf 1.000 € belässt, kann noch 200 € einzahlen, dann ist Schluss – unabhängig davon, bei welchem lizenzierten Anbieter. Wer den Anbieter wechselt, fängt das Limit nicht neu an. Wer sein Limit anheben will, muss nachweisen, dass die wirtschaftliche Lage das trägt, und sieben Tage warten. Diese Mechanik verschiebt das, was „Verantwortung“ praktisch heißt: weg von der Eigenkontrolle am Spielautomaten, hin zu einer Plausibilitätsprüfung, die der Anbieter vornimmt.
Ranking: Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich
Die folgende Übersicht ordnet Anbieter, die mit ihrer .de-Domain und einem Sportwetten- Permit auf der GGL-Whitelist vom 02.10.2026 stehen. Reihenfolge und Spalten bilden den Bewertungsraster ab, an dem sich jede seriöse Gegenüberstellung messen lassen muss: lizenzrechtlicher Status zuerst, dann das Datum der ersten Erlaubnis als Indiz für Bestandskraft.

| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Bet3000 | Whitelist-Eintrag, Inhaberin I.B.C. Sportsbetting Limited (Sliema, Malta) | 22.04.2026 |
| Winamax | Whitelist-Eintrag, Inhaberin WINAMAX SA, RP Darmstadt-Erlaubnis | 29.06.2021 |
| Tipico | Whitelist-Eintrag, Inhaberin Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Whitelist-Eintrag, Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag, Inhaberin NetX Betting Limited (Birkirkara, Malta) | 19.11.2020 |
| LeoVegas | Whitelist-Eintrag, Inhaberin LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Whitelist-Eintrag, Inhaberin Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet-at-home | Whitelist-Eintrag, Inhaberin Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Betano | Whitelist-Eintrag, Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited (San Giljan, Malta) | 19.02.2021 |
| NEO.bet | Whitelist-Eintrag, Inhaberin Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Die Tabelle listet nur zwei Sachverhalte, die sich aus der Whitelist unmittelbar ablesen lassen. Sie ordnet nicht nach „Testsiegern“ – ein solches Urteil hängt an Kriterien, die nicht in einer amtlichen Liste stehen, sondern in den AGB jedes Anbieters, und ist eine andere Frage als die nach dem lizenzrechtlichen Status. Die Erlaubnis seit 2020 oder 2021 ist dabei kein Qualitätsurteil; sie ist ein Hinweis darauf, wie lange ein Anbieter den Weg durch das deutsche Erlaubnisverfahren schon mitläuft. Wer dort seit 2020 steht, hat zwei Verlängerungen mitgemacht, wer seit 2024 steht, hat die erste.
Was die Tabelle nicht zeigt: die Auszahlungsquoten und Quotenschlüssel, die Spieltiefe, die Livewetten-Vielfalt, den genauen Sportwettensteuer-Pfad (ob der Anbieter die Steuer internalisiert, also vom Bruttoeinsatz abzieht und die Quote entsprechend anpasst, oder ob sie auf den Spieler gewälzt wird), den Bonusrahmen oder die App-Reife. Diese Punkte gehören in eine Einzelbetrachtung, nicht in die Übersicht.
Die zehn Anbieter im Einzelblick
Bet3000 – die jüngste Erstgenehmigung im Feld
Bet3000 trägt die deutsche Erlaubnis erst seit April 2026, als jüngste Erstgenehmigung in diesem Vergleich. Die Inhaberin I.B.C. Sportsbetting Limited ist in Sliema auf Malta registriert, der Sitz sagt über die Lizenz nichts, weil die deutsche Erlaubnis durch die GGL und nicht durch eine maltesische Behörde erteilt wurde. Die Whitelist führt Bet3000.de als zugeordnete Domain.
Im Sportwettensteuer-Pfad verfolgt Bet3000 eine kundenfreundliche Linie: Das Unternehmen übernimmt die Wettsteuer für private Wetten, was bei einer 5,3-prozentigen Abgabe auf den Einsatz netto einen kleinen, aber für Vielwetter spürbaren Vorteil bedeutet. Beim Willkommensangebot setzt der Anbieter klassisch auf eine Gratiswette, deren genauer Wert in den AGB am Tag der Anmeldung steht. Die Spielauswahl ist solide, Fußball und Tennis dominieren, die Livewetten-Sektion ist ausgebaut, aber nicht so tief wie bei den Marktführern.
Wer hier spielt, sollte auf den Panikbutton und die OASIS-Anbindung als Standard achten, und das tun. Wer ein hohes Einzahlungslimit benötigt, muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen, der Weg ist offen, aber nicht ohne Aufwand. Bet3000 eignet sich für Spielende, denen ein deutsches Regulierungsdach wichtig ist, die aber nicht zwingend das größte Wettprogramm benötigen.
Winamax – französische Wurzeln, deutsche Erlaubnis
Winamax ist in Frankreich entstanden, der deutsche Ableger wird durch die WINAMAX SA betrieben, die ihre Erlaubnis über das Regierungspräsidium Darmstadt erhalten hat – die erste Erlaubnis datiert auf den 29.06.2021, eine Folgeerlaubnis auf den 08.12.2022. Beim deutschen Betrieb läuft die Aufsicht über die GGL, was die Whitelist-Eintragung bestätigt.
Das Sportwetten-Angebot ist breit, der Schwerpunkt liegt auf Fußball und Tennis, mit wachsendem Basketball- und Eishockey-Segment. Die Quoten liegen im oberen Mittelfeld, ohne regelmäßig Bestmarken zu setzen. Im Bereich Willkommensangebot bewegt sich Winamax im Rahmen dessen, was unter deutschem Recht zulässig ist: keine übergroßen Boni, dafür klare Bedingungen. Die App ist sauber, die Livewetten funktionieren flüssig.
Winamax passt zu Spielenden, die ein klares, regelkonformes Angebot suchen, ohne Überraschungen im Kleingedruckten. Wer ein hohes Einzahlungslimit benötigt, muss eine wirtschaftliche Prüfung durchlaufen, die über die Standardeinstellung hinausgeht.
Tipico – der deutsche Marktführer mit EuGH-Verfahren
Tipico gehört zu den bekanntesten Marken im deutschen Sportwettenmarkt. Die Tipico Co. Limited ist Inhaberin der Erlaubnis, die Whitelist führt Tipico.de, die erste Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 09.12.2022. Das Unternehmen warb lange mit einer „5-€-Flat“, ist inzwischen aber ebenfalls in das LUGAS-System eingebunden, die 1.000-€-Standardgrenze gilt.
Bemerkenswert ist die laufende gerichtliche Auseinandersetzung um die Frage, ob Tipico in den Jahren 2013 bis 2018 in Deutschland unrechtmäßig Sportwetten angeboten hat. Der Bundesgerichtshof hat die Sache mit Beschluss vom 25.07.2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt. Der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19.03.2026 (C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden, mit einer Ausnahme dort, wo die Behörde zugesichert hat, die Pflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist kein Tipico-Spezifikum, sondern eine Frage, die die gesamte Branche betrifft. Wer heute dort spielt, hat eine Erlaubnis – die Frage ist nur, was die Vergangenheit wert ist.
Im operativen Betrieb übernimmt Tipico die Sportwettensteuer in voller Höhe, was die Quote netto für den Kunden verbessert. Das Wettprogramm ist breit, Livewetten sind gut ausgebaut, das Filialnetz ist Geschichte, der Online-Kanal dominiert. Wer heute ein Konto eröffnet, bekommt ein Angebot, das rechtlich auf der aktuellen Erlaubnis steht.
Sportingbet – britische Geschichte, deutsche Erlaubnis
Sportingbet trägt die deutsche Erlaubnis für Sportingbet.de; Inhaberin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Die Erlaubnis datiert auf den 21.12.2022 (Folgeerlaubnis), die erste Erlaubnis auf den 09.10.2020. Hintergrund: Sportingbet hat seine deutsche Lizenz früh erhalten, ist also kein Neuling im Markt, hat aber nie die Bekanntheit der drei großen Marktführer erreicht.
Das Sportwettenangebot ist solide, Fußball, Tennis und Basketball werden vollständig abgedeckt, die Livewetten-Sektion ist mittelgroß. Beim Willkommensangebot bewegt sich Sportingbet im üblichen Rahmen, der genaue Wert steht in den AGB. Die Quoten liegen im Mittelfeld, gelegentlich mit Ausreißern nach oben bei kleineren Märkten.
Sportingbet eignet sich für Spielende, die einen unaufgeregten Anbieter mit deutscher Erlaubnis suchen, ohne den Marketing-Druck der großen Namen. Wer ein hohes Einzahlungslimit benötigt, muss dies beim Anbieter beantragen, was eine wirtschaftliche Prüfung des Spielers erfordert.
Sportwetten.de – NetX als Betreiber
Sportwetten.de ist die Domain, der Eintrag in der Whitelist führt die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, als Inhaberin. Die erste Erlaubnis datiert auf den 19.11.2020, die Folgeerlaubnis auf den 16.12.2022. Hinter der Domain steht also ein in Malta registrierter Veranstalter, nicht die Sportwetten.de- Mediengruppe – ein Umstand, der das Impressum erklärt, aber für die Lizenzfrage keine Rolle spielt.
Das Wettprogramm ist auf deutsche Sportarten zugeschnitten, mit starker Bundesliga-Abdeckung und einer breiten Auswahl an Livewetten. Die Quoten bewegen sich im Mittelfeld, der Sportwettensteuer-Pfad ist undurchsichtig, weil er von der genauen Wettart abhängt. Sportwetten.de übernimmt die Steuer typischerweise für Kombiwetten, weniger für Einzelwetten – das steht in den AGB, nicht in der Werbung.
Der Anbieter eignet sich für Spielende, die einen deutsch positionierten Markennamen suchen und mit dem eher technischen Hintergrund der NetX-Betreiberin kein Problem haben. Wer das Einzahlungslimit anheben möchte, muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen.
LeoVegas – schwedischer Hintergrund, deutsche Erstgenehmigung 2024
LeoVegas ist in Schweden entstanden und international aktiv. Die deutsche Erlaubnis für Leovegas.de trägt die LVSports Limited, erste Erlaubnis am 21.10.2024. Damit ist LeoVegas einer der jüngeren Einträge im Feld, was den Vertrieb angeht. Die Marke bringt Erfahrung aus dem Online-Casino-Bereich mit, die für die Sportwetten-Sektion aber keine Bedeutung hat – die deutsche Erlaubnis gilt für Sportwetten, nicht für Casino.
Im Sportwetten-Bereich ist das Angebot kleiner als bei den etablierten Anbietern, Fußball und Tennis werden abgedeckt, andere Sportarten sind ausbaufähig. Die Quoten sind ordentlich, der Bonusrahmen ist standard. Beim Sportwettensteuer-Pfad übernimmt LeoVegas die Steuer nicht durchgängig, der Status hängt von der Wettart ab.
LeoVegas eignet sich für Spielende, die einen vertrauten Namen aus dem Casino-Bereich schätzen und ein deutsches Regulierungsdach wollen, ohne dass die Marke bei Sportwetten schon zur ersten Reihe gehört. Die wirtschaftliche Prüfung für ein höheres Einzahlungslimit ist hier ein individueller Vorgang.
AdmiralBet – die österreichische Linie
Hinter AdmiralBet steht die Greentube Betting Malta Limited, Teil der Novomatic-Gruppe mit österreichischen Wurzeln. Die Whitelist führt Admiralbet.de mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis folgte am 13.12.2022, eine weitere am 29.07.2024. Damit gehört AdmiralBet zu den Anbietern, die ihre Erlaubnis mehrfach verlängert bekommen haben.
Das Wettprogramm ist breit, mit Schwerpunkt auf Fußball und Tennis, dazu kommen Eishockey und eine wachsende Basketball-Sektion. Die Quoten liegen im oberen Mittelfeld, gelegentlich mit Ausreißern. Die Sportwettensteuer wird übernommen, was die Quote netto verbessert. Im stationären Vertrieb ist AdmiralBet in Österreich etabliert, in Deutschland liegt der Schwerpunkt auf dem Online-Kanal.
AdmiralBet eignet sich für Spielende, die einen Anbieter mit österreichischer Handschrift suchen und mit der Marke bereits aus dem Automatenspiel-Bereich vertraut sind. Wer ein höheres Einzahlungslimit beantragt, unterliegt der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung der wirtschaftlichen Kapazität.
bet-at-home – österreichische Wurzeln, deutsche Erlaubnis
bet-at-home ist eine Marke mit österreichischen Wurzeln, die deutsche Erlaubnis trägt die Bet-at-home.com Internet Limited. Die erste Erlaubnis datiert auf den 02.11.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 22.12.2022. Damit gehört bet-at-home zu den früh lizenzierten Anbietern in Deutschland.
Das Sportwetten-Angebot ist solide, Fußball, Tennis und Eishockey werden breit abgedeckt, die Livewetten-Sektion ist gut ausgebaut. Die Quoten liegen im Mittelfeld, gelegentlich mit überdurchschnittlichen Werten bei kleineren Märkten. Beim Bonusrahmen ist bet-at-home zurückhaltender als früher, was dem deutschen Regulierungsrahmen geschuldet ist.
bet-at-home eignet sich für Spielende, die einen klassischen, zurückhaltenden Anbieter suchen, der nicht durch aggressives Marketing auffällt, sondern durch Beständigkeit.
Betano – Betkick als österreichische Betreiberin
Hinter Betano steht die Betkick Sportsbetting Limited, ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Kaizen Gaming, das die deutsche Erlaubnis im Februar 2021 erhalten hat. Die Whitelist führt Betano.de mit der Erlaubnis seit dem 19.02.2021, eine Folgeerlaubnis folgte am 16.12.2022.
Betano hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmender Konkurrent der etablierten Anbieter positioniert. Das Wettprogramm ist breit, die Quoten sind wettbewerbsfähig, der Livewetten-Bereich ist ausgebaut. Beim Willkommensangebot ist Betano aktiv, ohne in den Bereich des Überdrehten zu gehen. Die Sportwettensteuer wird übernommen.
Betano eignet sich für Spielende, die einen Anbieter suchen, der in den letzten Jahren Marktanteile gewonnen hat, ohne den Bekanntheitsgrad von Tipico zu haben.
NEO.bet – Greenvest als Inhaberin
NEO.bet trägt die deutsche Erlaubnis über die Greenvest Betting Limited, die Whitelist führt NEO.bet mit der Erlaubnis seit dem 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis folgte am 22.12.2022. NEO.bet ist im deutschen Markt weniger bekannt als die großen Marken, gehört aber zu den Anbietern, die früh eine deutsche Erlaubnis erhalten haben.
Das Wettprogramm ist schmaler als bei den Marktführern, Fußball und Tennis sind solide abgedeckt, andere Sportarten sind ausbaufähig. Die Quoten bewegen sich im Mittelfeld. NEO.bet hat sich in den letzten Jahren stärker auf die deutsche Kundschaft konzentriert, was sich im Wettprogramm niederschlägt.
NEO.bet eignet sich für Spielende, die einen kleineren, deutsch lizenzierten Anbieter suchen und nicht auf die Bekanntheit der großen Marken angewiesen sind.
Überblick: Was eine deutsche Lizenz tatsächlich bedeutet
Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis ist eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV 2021, erteilt durch die GGL, eine gemeinsame Behörde aller 16 Bundesländer mit Sitz in Halle (Saale). Die Erlaubnis wird für eine konkrete Domain erteilt – wer eine Erlaubnis für eine bestimmte .de-Domain besitzt, darf nicht automatisch auf jeder anderen Webseite Sportwetten anbieten; das Angebot ist streng an die in der Whitelist geführte URL gebunden. Die Whitelist führt die Domain und den Inhaber, sie führt keine Endtermine – das wäre Sache eines öffentlichen Registers, das es so nicht gibt.
Was die Erlaubnis abdeckt: Sportwetten im Internet, festgelegt auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon, auf Vorkommnisse im Spiel, als Einzel- oder Kombiwette. Livewetten sind nur erlaubt während eines laufenden Ereignisses und nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz, den nächsten Korb in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball ist unter der deutschen Erlaubnis nicht erlaubt – das ist eine echte Einschränkung gegenüber Anbietern ohne deutsches Regulierungsdach.
Was die Erlaubnis nicht abdeckt: Slots, Poker, Online-Casino. Wer also bei einem Whitelist-Anbieter für Sportwetten spielt und im selben Konto Slots öffnen will, hat in vielen Fällen keinen Zugang oder nur unter einer separaten Casino-Erlaubnis. Auch Esports ist unter der deutschen Erlaubnis nicht erlaubt, weil Esports nach GGL-Auffassung kein Sport im Sinne des GlüStV ist. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig, ebenso Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wettprogramme unterhalb der 3. Fußball-Liga fallen unter das Verbot, weil sie als Amateurwettbewerbe gelten.
Die GGL als Aufsicht: Die Behörde prüft nicht nur die Erlaubnis, sie überwacht laufend. Sie führt Untersagungsverfahren, sie verhängt Bußgelder, sie kann Zahlungen blockieren und Netzsperren anordnen. Die Zahl der Untersagungsverfahren stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025, 1.843 illegale Websites waren 2025 aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren nicht mehr aus Deutschland erreichbar. Das ist die andere Seite der Medaille: Wer auf der Whitelist steht, hat laufende Aufsicht, wer dort nicht steht, hat zunehmend schlechtere Karten, überhaupt noch erreichbar zu sein.
Die Erlaubnis wird in der Regel für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV), eine Folgeerlaubnis ist möglich und wird auch regelmäßig erteilt. Die Whitelist zeigt das Datum der Erteilung, nicht das Datum des Endes. Das ist eine Eigenheit der amtlichen Liste, kein Hinweis auf eine offene Laufzeit.
Wer in Deutschland überhaupt spielen darf
Teilnehmen darf, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV) und seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. Die Altersgrenze ist hart, eine Teilnahme Minderjähriger ist verboten, der Anbieter muss das Alter bei der Anmeldung prüfen. Wer keinen Wohnsitz in Deutschland hat, kann zwar technisch spielen, hat aber keinen Anspruch auf die deutsche Erlaubnis als Schutzrahmen.
Die Verifizierung: Vor der ersten Auszahlung muss der Anbieter die Identität feststellen. In den ersten 72 Stunden kann mit vorläufiger Verifizierung gespielt werden, aber nur bis 100 € Einzahlung und ohne Auszahlung. Danach ist Schluss mit den Erleichterungen, das Konto wird stillgelegt, bis die vollständige Verifizierung abgeschlossen ist. Was das in der Praxis heißt: Auszahlungen kommen erst, nachdem Personalausweis und Adresse bestätigt sind, und das dauert zwischen 24 Stunden und einigen Tagen, je nach Anbieter.
Die Sperre über OASIS: Wer in OASIS gesperrt ist, kann sich nicht anmelden, weder bei diesem noch bei einem anderen lizenzierten Anbieter. Die Sperre wird bei Anmeldung und bei jedem Login geprüft. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre durch Angehörige ist möglich, sie muss begründet werden, wird aber von der zuständigen Behörde geprüft. Wer aus einer OASIS-Sperre zurückkommt, hat keinen Anspruch auf sofortige Wiederanmeldung, der Anbieter kann eine Wartefrist setzen.
Parallelverbot: Wer bei Anbieter A spielt, kann sich nicht gleichzeitig bei Anbieter B anmelden, jedenfalls nicht, ohne die LUGAS-Aktivitätsdatei zu aktualisieren. Die Meldung erfolgt automatisch beim Login. Was technisch ein Multi-Hedging sein könnte, ist rechtlich ein Verstoß. Wer trotzdem parallel spielt, riskiert die Schließung beider Konten.
Geld: Einzahlungslimit und Sportwettensteuer
Das 1.000-€-Limit pro Monat ist die Grundeinstellung. Es gilt kumuliert über alle Anbieter, nicht pro Anbieter, und es gilt für alle Spielenden gleichermaßen, unabhängig vom Einkommen. Wer 2.000 € im Monat einzahlen will, braucht eine Erlaubnis des Anbieters und einen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, etwa Gehaltsabrechnungen oder Vermögensnachweise. Die Erlaubnis wird auf Antrag erteilt, der Anbieter prüft und meldet das höhere Limit an die Limitdatei. Wer ohne diese Prüfung mehr einzahlt, scheitert an der technischen Sperre.
Die Sportwettensteuer: 5,3 % auf den um die Steuer selbst verminderten Einsatz, das ergibt rund 5,03 % auf den Bruttoeinsatz. Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler (§ 19 RennwLottG). Ob der Anbieter sie internalisiert, also von seinem Bruttomarge-Anteil trägt und die Quote entsprechend anpasst, oder ob er sie auf den Spieler wälzt, ist eine unternehmerische Entscheidung und steht in den AGB. Wer wissen will, wie viel bei ihm hängen bleibt, schaut in das Kleingedruckte seines Anbieters. Die Steuer fällt übrigens auch bei nicht lizenzierten Anbietern an – eine gezahlte Steuer ist kein Beweis für eine Lizenz, der Bundesfinanzhof hat das in mehreren Entscheidungen klargestellt.
Steuer auf Gewinne: Was private Spielende mit ihren Gewinnen machen, ist deren Sache – sie sind nach § 3 Nr. 38 EStG steuerfrei, solange es nicht über die Grenzen des Hobbys hinausgeht. Wer das professionell betreibt, hat eine andere Lage und sollte einen Steuerberater fragen. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage „Was bleibt übrig?“ – das, was übrig bleibt, ist nicht in einem Satz zu beantworten, weil es von Einkommen, Veranlagung und Spielfrequenz abhängt.
Werbebeschränkungen und der Unterschied zu Casino und Slots
Die GGL reguliert Werbung im GlüStV differenziert. Für Sportwetten gilt kein 06:00-21:00-Werbeverbot, das gilt nur für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele. Was für Sportwetten-Werbung bleibt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV). Was das praktisch heißt: Wer mit einem Fußballstar für eine Sportwette wirbt, ist im Bereich der unerlaubten Werbung. Wer nach Einzahlung provisioniert wird, ist es auch.
Der GlüStV enthält keine Klausel, die Sportwetten-Boni betragsmäßig begrenzt oder ausschließt. Was an Bonus zulässig ist, bestimmen die Anbieter in ihren AGB, die wiederum von der GGL geprüft werden. Die typischen Willkommensangebote sind Gratiswetten, deren genauer Wert vom Anbieter und vom Zeitpunkt abhängt – und deren Bedingungen in den AGB stehen, nicht in der Werbung. Wer einen Bonus einlöst, sollte die Umsatzbedingungen, die Mindestquote und die Frist lesen, bevor er den Wettschein abgibt.
Warum Offshore in Deutschland kein Ausweg ist
Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung. Die deutsche Erlaubnis ist eine Erlaubnis nach deutschem Recht, erteilt durch die GGL. Eine ausländische Lizenz kann eine Lizenz in ihrem Rechtsraum sein, sie ist aber keine Lizenz für den deutschen Markt. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Kern des Unterschieds: Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, fällt unter das Verbot des § 4 Abs. 1 GlüStV, gleichgültig ob der Anbieter sonst seriös arbeitet.
Die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und nennt beispielhaft „Platincasino“. Die Warnung steht im Kontext eines Verfahrens, in dem die GGL gegen illegale Anbieter vorgeht. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zu OASIS, kein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, keine LUGAS-Aktivitätsdatei, keine Beschwerdemöglichkeit bei der GGL. Im Streitfall bleibt der Zivilrechtsweg im Ausland.
Die strafrechtliche Seite: Wer in Deutschland unerlaubte Sportwetten veranstaltet, macht sich nach § 284 StGB strafbar, mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe, wer dafür wirbt, mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubten Wetten ist nach § 285 StGB ebenfalls strafbar, mit bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe. Strafverfahren gegen einzelne Spielende sind in der Praxis selten, aber das Gesetz steht. Wer in Deutschland wettet und sich nicht sicher ist, ob der Anbieter eine Erlaubnis hat, prüft die Whitelist, bevor er einzahlt.
Was eine Liste nicht abdeckt – und was ein Vergleich leisten kann
Die Whitelist ist eine Lizenzliste, keine Qualitätsliste. Sie sagt, wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf, sie sagt nichts darüber, wer es besonders gut macht. Wer eine „beste Wettanbieter“-Frage stellt, hat zwei Ebenen zu beantworten: erstens die Lizenzfrage – die Whitelist beantwortet sie eindeutig, wer dort nicht steht, gehört nicht in den Vergleich – und zweitens die Qualitätsfrage – die beantwortet die Whitelist nicht.
Die Qualitätsfrage hat vier Achsen: Quote, Spieltiefe, Bonus, App. Jede Achse hat eigene Maßeinheiten. Quoten lassen sich als Auszahlungsquote über einen Markt vergleichen, also der Anteil, den der Anbieter von einem Euro Einsatz im Schnitt zurückzahlt. Die durchschnittliche Auszahlungsquote der lizenzierten Anbieter lag 2024 bei 76 Prozent (2023: 78 Prozent), das ist die Marktlinie. Ein Anbieter mit 80 Prozent ist über dem Markt, einer mit 73 Prozent darunter. Die Differenz klingt klein, sieben Prozent auf einen Euro, sie wird auf ein Jahr gerechnet relevant.
Spieltiefe ist die Frage, wie viele Märkte ein Anbieter pro Spiel anbietet. Bundesliga-Spiel zwischen Bayern und Dortmund: ein Marktführer hat 200 Märkte, ein kleinerer Anbieter 80, beide sind unter dem Strich abgedeckt, aber die Wettart „nächstes Tor durch Spieler X“ gibt es nur beim größeren. Für Gelegenheitsspielende ist das egal, für Spezialisten ist es entscheidend.
Bonus: Hier ist der Vergleich am schwierigsten, weil jeder Anbieter andere Bedingungen hat. Was zählt, ist der effektive Wert, nicht der Werbewert. Eine Gratiswette über 100 € mit 1-facher Umsetzung des Bonus ist mehr wert als ein 200-€-Bonus mit 5-facher Umsetzung und 1,90-Mindestquote. Wer den Bonus vergleicht, rechnet, nicht liest.
App: Eine saubere App, schnelle Ladezeiten, eine übersichtliche Wettschein-Annahme, ein Cash-Out, der funktioniert, eine Livewetten-Sektion, die nicht einfriert. Das lässt sich nicht in einer Zahl messen, aber jeder Spielende hat nach drei Anbietern ein Gefühl, was gut ist.
Die Kanalisierungsquote: Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt 2024 eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent – das heißt, 23 Prozent des Marktvolumens entfielen auf unerlaubte Angebote. Im Sportwettenmarkt allein sieht es besser aus: 2022 lag die Kanalisierungsquote nach einer Marktanalyse auf Basis von Steuerdaten bei deutlich über 95 Prozent, der illegale Marktanteil bei weniger als fünf Prozent. Das ist ein anderes Bild als für den Gesamtmarkt und zeigt, dass Sportwetten ein vergleichsweise gut reguliertes Segment sind.
Wie sich der Markt entwickelt hat
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, 13 davon für den stationären und Internetvertrieb (hybrid), 19 nur für den Internetvertrieb. 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden – davor war der Markt in einer Grauzone, in der viele Anbieter unter einer DDR-Übergangsregelung oder einer schleswig-holsteinischen Sonderlizenz operierten.
2024 lag das Bruttospielertragsvolumen der lizenzierten Anbieter bei 1.963 Millionen Euro, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die zugrunde liegenden Wetteinsätze beliefen sich auf 8,2 Milliarden Euro, die durchschnittliche Auszahlungsquote bei 76 Prozent. Im selben Jahr lag der regulierte deutsche Glücksspielmarkt – alle Glücksspielarten zusammen – bei rund 14,4 Milliarden Euro Bruttospielertrag, mit Steuereinnahmen von rund sieben Milliarden Euro.
Die Verteilung der Wetten zeigt, wohin das Geld fließt: 78 Prozent der Wetteinsätze entfielen auf Fußball, danach folgten Basketball mit 8 Prozent, Tennis mit 5 Prozent, Kombinationen aus verschiedenen Sportarten mit 5 Prozent und Eishockey mit 1 Prozent. Das Verhältnis zwischen Pre-Match und Live lag bei 47 zu 53 Prozent – live wird also mehr gewettet als vor dem Spiel, was den Trend zur Echtzeit-Wette zeigt.
Der Vertrieb lief 2024 online über 28 aktive Internetseiten sowie stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen, dazu kamen rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen, die für diesen Vertriebsweg noch eine Übergangsregelung bis zum 30.06.2024 hatten. Heute ist der Online-Kanal der dominante, der stationäre Vertrieb spielt eine Nischenrolle.
Was eine deutsche Erlaubnis am Ende konkret kostet
Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat ist die wichtigste Bremse. Wer im Durchschnitt 30 € pro Tag setzt, kommt auf 900 € im Monat, liegt also knapp unter dem Limit. Wer 50 € pro Tag setzt, liegt bei 1.500 € und braucht entweder eine Anbietererlaubnis für ein höheres Limit – mit wirtschaftlichem Nachweis – oder muss das Spiel verteilen. Die Erlaubnis ist möglich, sie ist nicht gratis, und sie bedeutet einen siebentägigen Vorlauf bei einer Erhöhung.
Ein Rechenbeispiel: Wer 1.000 € einmal auf ein Fußballspiel setzt – etwa auf eine 1,90-Quote, die bei einem 1X2-Markt mit 5,26 Prozent Marge typisch ist – und verliert, hat erwartet 52,60 € verloren. Die Berechnung beruht auf der Auszahlungsquote des Marktes: 1 geteilt durch (1/1,90 + 1/1,90) ergibt 0,95, also 95 Prozent Auszahlung, was einer Marge von 5 Prozent entspricht. Bei 1.000 € Einsatz ist der erwartete Verlust 1.000 € mal 5 Prozent, also 50 € – das ist die Spanne, die der Markt dem Anbieter im Schnitt lässt, einzelne Ergebnisse schwanken um diesen Wert. Wer 1.000 € auf zehn Wetten à 100 € verteilt, hat im Schnitt den gleichen Verlust, mit höherer Streuung.
Ein zweiter Effekt: Die Wettsteuer von rund 5,03 Prozent wird vom Anbieter getragen oder auf den Spielenden umgelegt. Bei einem Anbieter, der die Steuer internalisiert, ist die angezeigte Quote bereits um die Steuer bereinigt, der Bruttoeinsatz wird voll gesetzt. Bei einem Anbieter, der die Steuer auf den Spielenden wälzt, wird die Quote entsprechend niedriger angezeigt oder der Einsatz um die Steuer gekürzt. Beide Wege führen zum gleichen Nettoergebnis für den Spielenden, wenn die Quote entsprechend angepasst ist; der Unterschied liegt in der Transparenz. Wer wissen will, was ihn die Wette effektiv kostet, rechnet den effektiven Einsatz mal (1 minus Auszahlungsquote), und darin steckt die Wettsteuer bereits drin.
Wer 1.000 € pro Monat auf 20 Sportwetten verteilt, riskiert im Schnitt 100 € an Buchmachermarge – das ist die Rechnung, die jeder Spielende im Kopf haben sollte, bevor er die erste Wette platziert.
Worauf bei der Anbieterauswahl zu achten ist
Eine Liste, die nur die Whitelist-Einträge zeigt, ist eine notwendige, aber keine hinreichende Grundlage für eine Auswahl. Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit, bevor ein Konto bei einem lizenzierten Anbieter eröffnet wird:
Der Sportwettensteuer-Pfad: Ob der Anbieter die Steuer trägt oder auf den Spielenden wälzt, steht in den AGB. Wer das nicht liest, läuft Gefahr, eine Quote zu akzeptieren, die niedriger ist, als sie auf den ersten Blick aussieht. Bei Bet3000, Tipico, AdmiralBet und Betano wird die Steuer typischerweise übernommen, bei den anderen ist der Pfad in den AGB zu prüfen.
Die Willkommensangebot-Bedingungen: Eine Gratiswette ist eine Gratiswette, aber der Wert hängt von der Umsetzungsbedingung ab. Wer 100 € als Gratiswette bekommt und diese zu 1,50 umsetzen muss, hat effektiv weniger, als wenn er 50 € zu 1,20 umsetzen muss. Die Frage ist nicht „Was bekomme ich?“, sondern „Was bekomme ich nach den Bedingungen?“. Das Kleingedruckte entscheidet.
Der Auszahlungsprozess: Wie schnell zahlt der Anbieter aus, welche Methoden akzeptiert er, verlangt er eine erneute Verifizierung bei größeren Beträgen? Das ist die Stelle, an der die schöne Whitelist-Realität auf die Banken-Realität trifft. Lizenz heißt nicht automatisch „Auszahlung in 24 Stunden“, sondern „Auszahlung nach den Bedingungen des Anbieters und nach bestandener Verifizierung“.
Wer einen Anbieter ernsthaft prüft, liest die AGB, prüft die letzten Erfahrungsberichte unabhängiger Stellen und schaut sich die Auszahlungszeiten an, bevor er einzahlt. Die deutsche Erlaubnis ist der Rahmen, nicht das Versprechen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Die amtliche Whitelist wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geführt und ist auf der Website der Behörde öffentlich einsehbar. Sie führt die Domain, den Inhaber und das Datum der Erteilung, nicht das Enddatum. Wer einen Anbieter prüft, sucht dort nach der genauen Domain – ein ähnlicher Markenname oder eine .com-Domain statt der .de-Domain reicht für eine gültige Erlaubnis nicht. Stand der Liste ist der 02.10.2026, die GGL aktualisiert die Liste fortlaufend. Wer dort nicht steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis, gleichgültig was auf der Startseite steht.
Was bedeutet eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das 1.000-€-Limit und das Sperrsystem OASIS?
Beide Systeme sind Pflichtbestandteile der Erlaubnis nach dem GlüStV 2021. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat wird über die LUGAS-Limitdatei anbieterübergreifend durchgesetzt, ein höherer Betrag ist nur mit wirtschaftlichem Nachweis und Anbietererlaubnis möglich, die Erhöhung greift nach sieben Tagen. OASIS ist die bundesweite Sperrdatei, die bei Anmeldung und Login geprüft wird; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate bei selbst gesetzter Frist, sonst mindestens ein Jahr. Beide Systeme funktionieren nur bei Anbietern, die an die deutsche Aufsicht angeschlossen sind, also auf der Whitelist stehen.
Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?
Die deutsche Erlaubnis wird von der GGL nach deutschem Recht, dem GlüStV 2021, erteilt. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta gilt im jeweiligen Rechtsraum, sie ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Wer in Deutschland Sportwetten anbietet, ohne auf der Whitelist zu stehen, betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel, die ausländische Lizenz spielt dabei keine Rolle. Die GGL warnt regelmäßig vor solchen Angeboten und geht mit Untersagungen, Zahlungs- und Netzsperren dagegen vor; 1.843 illegale Websites waren 2025 nicht mehr aus Deutschland erreichbar.
Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?
Die Wettsteuer beträgt 5,3 Prozent auf den um die Steuer verminderten Einsatz, das entspricht rund 5,03 Prozent auf den Bruttoeinsatz. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden. Ob der Anbieter die Steuer trägt oder auf den Spielenden umwälzt, ist eine unternehmerische Entscheidung, die in den AGB steht; bei den meisten großen Anbietern wird die Steuer ganz oder teilweise übernommen. Eine Wette, die der Anbieter mit Steuerübernahme zu Quote 1,90 anbietet, ist effektiv mehr wert als eine Wette, die der Anbieter mit Steuerumwälzung zu einer niedrigeren Quote anbietet, der Vergleich steht in den AGB.
Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?
Nein. Die deutsche Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV deckt ausdrücklich nur Sportwetten ab. Slots, Online-Poker und Online-Casino-Spiele benötigen eine separate Erlaubnis, die einige Whitelist-Anbieter zusätzlich haben, andere nicht. Wer bei einem Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis spielt, hat nicht automatisch Zugang zum Casino-Bereich, und wer im Casino-Bereich spielt, hat nicht automatisch Zugang zu Sportwetten. Beide Erlaubnisse stehen in der Whitelist getrennt voneinander.
Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet und gewichtet?
Ein vollständiger Vergleich arbeitet mit vier Achsen: Lizenzstatus (Whitelist-Eintrag mit Domain und Inhaber), Quoten (Auszahlungsquote, also der Anteil, den der Anbieter im Schnitt zurückzahlt), Spieltiefe (Anzahl der Märkte pro Spiel, Livewetten-Spektrum) und Bonus- sowie Zahlungsbedingungen (Umsetzungsfaktor, Mindestquote, Auszahlungswege, Sportwettensteuer-Pfad). Wer sich auf einen Punkt konzentriert – etwa die Quote allein – übersieht, dass ein Anbieter mit hoher Auszahlungsquote gleichzeitig hohe Umsetzungsanforderungen oder einen unübersichtlichen Sportwettensteuer-Pfad haben kann. Die Gewichtung der Achsen hängt vom Spielverhalten ab: Wer wenig spielt, achtet stärker auf den Bonusrahmen, wer viel spielt, stärker auf die Quote.
Erstellt von der Redaktion von „Basketballwettenhub”.
