Tour de France Wettanbieter im Test: was die deutsche Lizenz tatsächlich wert ist

Updated Oktober 2026
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Datenstand: 19 Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Eine leere Landstraße schlängelt sich im Morgenlicht durch einen Gebirgspass, am Straßenrand liegt ein einzelnes Rennrad im Gras.
Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris statt und umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km.

Die Tour de France 2026 ist gefahren. Tadej Pogačar holte sich in Paris seinen fünften Gesamtsieg, vor Remco Evenepoel und Isaac del Toro; Mads Pedersen trug das grüne Trikot der Punktewertung nach Hause, Richard Carapaz das gepunktete der Bergwertung. Wer jetzt noch Wetten auf die laufende Ausgabe platzieren will, kommt zu spät – die Veranstalter schließen die Märkte mit dem Zieleinlauf. Wer sich für die nächste Auflage interessiert, findet in Deutschland eine überschaubare, klar geregelte Auswahl an Veranstaltern. Genau zehn davon stehen mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis auf der GGL-Whitelist, und sie sind die einzigen, an die sich ein Wettfreund in Deutschland ohne rechtliches Risiko wenden kann. Wer daneben greift, spielt auf einer Offshore-Seite ohne OASIS-Sperrsystem, ohne LUGAS-Limitdatei und ohne deutsche Aufsicht.

Dieser Text geht die Auswahl durch, ohne sie zu bewerten wie ein Tippredakteur den nächsten Sieger voraussagt. Er ordnet die Wettarten ein, die eine Rundfahrt wie die Tour de France hergibt, erklärt die Lizenzlage und die Marge als das, was sie ist – der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Euro einbehält – und arbeitet am Ende die fünf Fragen heraus, die in Foren und an Wettschaltern immer wiederkehren.

Inhaltsverzeichnis
  1. Die Tour de France als Wettgegenstand: was eine Rundfahrt anders macht
  2. Wer in Deutschland Sportwetten auf die Tour anbieten darf
  3. Die zehn lizenzierten Wettanbieter im Überblick
  4. Wettarten bei der Tour de France: was ein Anbieter im Programm haben sollte
  5. Livewetten auf eine laufende Etappe: was der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt
  6. Die Marge verstehen: was die Quote wirklich kostet
  7. Bonusangebote und ihre Tücken
  8. Verantwortungsvolles Spielen: was der Glücksspielstaatsvertrag vorschreibt
  9. Die Sportwettensteuer: 5,3 %, aber richtig gerechnet
  10. Was Offshore bedeutet – und warum es riskant ist
  11. Welcher Anbieter für welchen Lesetyp
  12. Häufige Fragen

Die Tour de France als Wettgegenstand: was eine Rundfahrt anders macht

Eine Tour de France ist kein Fußballspiel und keine Formel-1-Saison. Sie ist ein dreiwöchiges Etappenrennen, dessen Wettmärkte sich über den Tag und die Woche verändern. Wer auf den Gesamtsieger setzt, wettet auf eine Eigenschaft, die erst am letzten Sonntag feststeht; wer auf den Etappensieger setzt, wettet auf eine Folge von Stunden, in denen Ausreißer, Stürze und Mannschaftstaktik das Bild drehen können. Beide Wetten sind dasselbe Geschäft, nur mit sehr unterschiedlichen Zeitkonstanten.

Ein Rennradlenker mit Bremshebeln im Nahbild, im Hintergrund unscharf eine sommerliche Hügellandschaft.
Die Tour de France wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern.

Die Veranstaltung selbst wurde 1903 von der Sportzeitung „L’Auto“ aus der Taufe gehoben, die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Seit 1992 liegt die Organisation bei der Amaury Sport Organisation (ASO). Die Streckenlänge pendelt sich seit den späten 1990er-Jahren um die 3.500 km ein, wobei die kürzeste Tour 1903 nur 2.428 km maß und die längste 1926 mit 5.745 km fast das Doppelte betrug. Die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet. Diese Konstante – die Pflicht der Top-Mannschaften – ist auch der Grund, warum die Favoritenliste vor jeder Tour relativ kurz ausfällt: Die WorldTeams müssen starten, ihre Kapitäne sind bekannt, der Wettmarkt konzentriert sich auf ein knappes Dutzend Namen.

Etappentypen und ihre Wettlogik

Eine Etappe der Tour de France ist nicht gleich eine Etappe. Es gibt flache Sprintankünfte, an denen die schnellen Männer um den Tagessieg radeln, und es gibt Bergetappen, an denen die Favoriten auf Gelb ihre Attacken fahren. Es gibt Einzelzeitfahren, an denen die Uhr den Sieger bestimmt, und es gibt Etappen mit mittlerem Profil, an denen Ausreißer ihr Glück suchen. Jeder Etappentyp hat einen anderen Kreis von Fahrern, die ihn gewinnen können, und entsprechend andere Quotenprofile. Eine Wette auf einen Sprintfavoriten an einer Bergetappe ist eine Wette gegen die Etappenlogik – sie geht meistens verloren, auch wenn die Quote verlockend aussieht.

Ein Schlüssel und ein Vorhängeschloss liegen auf einer Holzbank, im Hintergrund eine verschwommene Altstadtgasse.
Für bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Tour 2026 umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km und führte von Barcelona bis nach Paris. Wer das nächste Rennen lesen will, schaut zuerst auf die Etappentypen im offiziellen Streckenplan, dann auf die Startliste der Mannschaften, dann auf die Wettmärkte. In dieser Reihenfolge, weil die Etappe bestimmt, wer überhaupt eine realistische Chance hat.

Wertungen als Wettmärkte

Vier Trikots, vier eigene Märkte. Das gelbe Trikot steht für die Gesamtwertung, basierend auf der addierten Zeit aller Fahrer über die gesamte Rundfahrt. Das grüne Trikot wird in einer Punktewertung vergeben, die an den Etappenzielen und bei Zwischensprints vergeben wird. Das gepunktete Trikot honoriert die Bergwertung, also die Summe der Punkte an den kategorisierten Anstiegen. Das weiße Trikot schließlich ist die Nachwuchswertung für Fahrer unter 26 Jahren.

Die Schlussetappe der Tour de France ist seit 1967 immer ein Sonntag – ein Detail, das für die Liquidität der Märkte am letzten Tag eine Rolle spielt, weil traditionell in den Etappen hinein gewettet und erst am Ruhetag oder Zieltag ausgewertet wird. Wer auf eine Trikotwertung setzt, wettet im Grunde auf eine Eigenschaft, die sich über drei Wochen aufbaut. Eine Vorentscheidung fällt selten vor der vorletzten Etappe; Quoten auf die Gesamtwertung können sich also noch spät bewegen.

Wer in Deutschland Sportwetten auf die Tour anbieten darf

In Deutschland ist die Rechtslage für Sportwetten klar zweigeteilt. Es gibt Veranstalter mit einer Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und es gibt alles andere. Die Erlaubnis beruht auf § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Aufsichtsbehörde ist die GGL mit Sitz in Halle (Saale), Hansering 15, 06108 Halle (Saale).

Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige verlässliche Quelle, um zu prüfen, ob ein Anbieter eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hat. Der Stand vom 2. Oktober 2026 listet insgesamt 30 Einträge, davon 27 Veranstalter mit einer Sportwetten-Erlaubnis – zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten – und drei reine Pferdewetten-Veranstalter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist noch keine Erlaubnis. Die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich vor Angeboten ohne deutsche Erlaubnis und hat in der Vergangenheit konkrete Namen genannt.

Die Folgen einer Wette bei einem unveranlassten Anbieter sind nicht nur theoretischer Natur. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 in der Rechtssache I ZR 90/23 die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit eines Sportwettenvertrags entgegensteht. Der Kläger verlangt von Tipico die Rückzahlung von mehr als 3.700 € an Verlusten aus den Jahren 2013 bis 2018. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, dass nicht lizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die zuständigen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Die zivilrechtliche Rückforderung ist damit keine Garantie, aber ein Risiko, das jeder einkalkulieren muss, der bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt.

Strafrechtlich bleibt festzuhalten: Die Organisation unveranlasster Glücksspiele kann nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, die Werbung dafür nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme von Spielern an unveranlasstem Glücksspiel ist nach § 285 StGB eine Ordnungswidrigkeit mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Einzelne Spielerverfahren sind in der Praxis nicht etabliert; weder ein Freifahrtschein noch ein Grund zur Dramatisierung.

Die zehn lizenzierten Wettanbieter im Überblick

Die folgende Tabelle führt die zehn Veranstalter auf, die am 2. Oktober 2026 auf der GGL-Whitelist mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis für eine .de-Domain standen. Sortiert ist nach dem Datum der Ersterlaubnis – das ist die einzige objektive Reihenfolge, die die Whitelist hergibt. Keine Wertung, keine Empfehlung, nur der Stand der Liste.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
ODDSET Whitelist-Eintrag, Inhaber Oddset Sportwetten GmbH, Erlaubnis erteilt vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 18.11.2020
Tiptorro Whitelist-Eintrag, Inhaber Torro Tec Limited (Malta) 30.06.2021
Winamax Whitelist-Eintrag, Inhaber WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
VBet Whitelist-Eintrag, Inhaber SCGO Limited (Malta), GGL verzeichnet die Erlaubnis 05.12.2023
Sportingbet Whitelist-Eintrag, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betano Whitelist-Eintrag, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
NEO.bet Whitelist-Eintrag, Inhaber Greenvest Betting Limited, Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 09.10.2020
Betway Whitelist-Eintrag, Inhaber Betway Limited 09.03.2021
Bet3000 Whitelist-Eintrag, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited (Malta), Erstdatum 22.04.2026
Interwetten Whitelist-Eintrag, Inhaber Interwetten Gaming Limited (Malta) 02.11.2020

Was die Whitelist nicht zeigt: die konkreten Wettmärkte für die Tour de France, die Quoten, die Livewetten-Tiefe, das Vorhandensein von Cash Out oder Konfiguratoren. Wer darauf wetten will, muss die Anbieter selbst ansehen, am besten vor einer Einzahlung. Die Sortierung der Tabelle ist chronologisch, nicht nach Qualität – wer den für sich passenden Anbieter sucht, liest die Profile darunter.

ODDSET – der Traditionsanbieter mit deutscher Verwurzelung

ODDSET gehört zu den ältesten Marken im deutschen Sportwettenmarkt und ist über die Oddset Sportwetten GmbH organisiert. Die Erlaubnis geht auf den 18. November 2020 zurück, die Folgeerlaubnis wurde am 15. Dezember 2022 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt. Damit ist ODDSET einer der ersten Anbieter, die unter dem neuen Glücksspielstaatsvertrag eine deutsche Erlaubnis bekommen haben.

Was im Profil auffällt: die deutsche Verwurzelung in Verwaltung und Aufsicht, der stationäre Vertrieb über Lotto-Annahmestellen und das eher zurückhaltende Marketing. Radsportwetten sind im Programm enthalten, allerdings nicht immer mit der Tiefe, die ein Spezialanbieter zeigt. Wer einen Anbieter sucht, der verlässlich Tour-Etappen im Programm führt und bei dem die Quoten nicht in jeder Stunde springen, ist hier richtig. Wer Livewetten mit hundert Auswahlen pro Etappe sucht, muss weiterblättern.

Verdikt: Ein grundsolider Anbieter für alle, die Tour-de-France-Wetten ohne Schnickschnack platzieren wollen. Wer auf Bonusaktionen aus ist, wird hier weniger bedient als bei reinen Online-Anbietern.

Tiptorro – Tipico mit eigener App-Plattform

Tiptorro ist die Marke, unter der Tipico in Deutschland auftritt. Verantwortlich ist die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta; die Whitelist führt die Erlaubnis für Tiptorro mit Erstdatum 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL beschreibt.

Im Wettprogramm zeigt Tiptorro die übliche Breite: Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey und Radsport sind Standard. Livewetten auf Etappen der Tour de France sind in der Regel verfügbar, allerdings mit der Einschränkung, die für alle lizenzierten Anbieter gilt – mehr dazu im Abschnitt zu den Livewetten. Der Konfigurator, mit dem sich mehrere Märkte desselben Spiels kombinieren lassen, ist Teil des Angebots.

Verdikt: Tiptorro ist die richtige Adresse für Tipico-Vertraute, die eine offizielle Whitelist-Plattform suchen. Die Quoten bewegen sich im Markt, ohne regelmäßig Bestmarken zu setzen, und das Angebot an Radsport-Märkten ist solide, aber nicht außergewöhnlich.

Winamax – der Newcomer mit dem Quoten-Versprechen

Winamax ist eine jüngere Erscheinung im deutschen Markt, hat aber in Frankreich eine längere Geschichte als Poker- und Sportwettenanbieter. Verantwortlich ist die WINAMAX, eine französische Société anonyme; die Whitelist führt die Erlaubnis für Winamax mit Erstdatum 29. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022.

Im Footer der Website wirbt Winamax mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und beruft sich dabei auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus den Bereichen Fußball, Tennis und Handball im Zeitraum vom 1. April 2025 bis 30. August 2025. Nach dieser Studie lag Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins. Das ist eine konkrete Zahl, die das Marketing unterfüttert, und kein Versprechen, das in der Luft hängt. Für Radsportwetten fehlt eine entsprechende Studie, aber die sportartübergreifende Tendenz gibt einen Hinweis darauf, dass Winamax beim Quotenniveau oft vorne mit dabei ist.

Verdikt: Wer den höchsten Quoten-Schnitt sucht und auf die Wettsteuer schaut, landet bei Winamax. Die fehlende Wettsteuer ist ein handfester Vorteil, denn bei einem Einsatz von 100 € bleiben 5,30 € mehr auf der Wettseite als bei einem Anbieter, der die Steuer durchreicht.

VBet – Spezialist mit maltesischem Hintergrund

VBet gehört zur SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für VBet seit dem 5. Dezember 2023 – das ist im Vergleich der jüngste Erstdatum unter den hier aufgeführten Anbietern mit längerer Marktpräsenz.

VBet tritt im Radsport mit einer für die Branche soliden Tiefe auf. Livewetten auf Etappen sind verfügbar, dazu kommt ein ordentliches Pre-Match-Angebot mit Gesamtsieger-, Etappensieger- und Wertungsmärkten. Was bei VBet auffällt: die vergleichsweise aggressive Quotenpolitik in Nischenmärkten, was sich für Wettfreunde auszahlt, die gezielt auf Außenseiter oder Wertungen setzen.

Verdikt: VBet passt zu Lesern, die Nischenmärkte und Außenseiter-Quoten suchen. Wer eher die Standardmärkte Gesamtsieg und Etappensieg bedient, findet die gleiche Qualität auch bei anderen Anbietern – und oft eine etwas breitere Plattform.

Sportingbet – der Plattform-Allrounder

Sportingbet gehört zur Sportingbet (Deutschland) Limited; die Whitelist führt die Erlaubnis für Sportingbet mit Erstdatum 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Damit ist Sportingbet einer der ersten Anbieter mit deutscher Erlaubnis und entsprechend eingespielt im hiesigen Markt.

Im Wettangebot zeigt Sportingbet einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten; zu den abgedeckten Sportarten zählen Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Radsport ist Teil des Portfolios, mit Märkten auf Gesamtsieg, Etappensieg und Wertungen. Der Konfigurator+ hebt Sportingbet von Anbietern ab, die nur Einzelmärkte pro Spiel anbieten – für die Tour de France, wo die Märkte weniger Spiel-bezogen und mehr etappenbezogen sind, ist das allerdings ein geringerer Vorteil als im Fußball.

Verdikt: Sportingbet passt zu Wettfreunden, die eine breite Plattform mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten suchen und Radsport als eine von vielen Sportarten behandeln. Wer ein tiefes Radsport-Spezialprogramm erwartet, wird anderswo fündig.

Betano – der Marketing-Sieger mit den großen Namen

Betano gehört zur Betkick Sportsbetting Limited; die Whitelist führt die Erlaubnis für Betano mit Erstdatum 19. Februar 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten – das ist die Konzernmutter, die hinter dem Markennamen steht.

Das Angebot an Features hebt Betano von vielen Mitbewerbern ab. Die Entwicklerbeschreibung der App nennt einen Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Live-Streaming von Radsport ist nicht explizit aufgeführt, aber die grundsätzliche technische Plattform ist auf Live-Inhalte ausgelegt. Tour-de-France-Märkte sind im Pre-Match-Programm verfügbar, Livewetten auf Etappen funktionieren.

Verdikt: Betano passt zu Lesern, die eine moderne App mit Cash Out und Konfiguratoren erwarten. Wer auf eine breite Live-Streaming-Auswahl im Radsport hofft, sollte vorher prüfen, welche Streams angeboten werden.

NEO.bet – der Neue aus dem Jahr 2020

NEO.bet gehört zur Greenvest Betting Limited; die Whitelist führt die Erlaubnis für NEO.bet mit Erstdatum 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Damit ist NEO.bet gemeinsam mit Sportingbet einer der Erstanbieter unter dem neuen Glücksspielstaatsvertrag.

Was NEO.bet von den etablierten Marken unterscheidet, ist der Versuch, sich mit einer schmaleren, aber gezielteren Plattform zu positionieren. Radsportwetten auf die Tour de France sind Teil des Programms, oft mit etwas eigenwilligen Spezialwetten. NEO.bet ist ein Anbieter für Leser, die das Standardprogramm kennen und nach einer Alternative mit etwas anderen Märkten suchen.

Verdikt: NEO.bet ist eine Überlegung wert, wenn die großen Anbieter zu bekannt wirken. Eine Garantie für höhere Quoten oder mehr Märkte ist das nicht – das hängt von der jeweiligen Etappe ab.

Betway – der Cash-Out-Profi

Betway gehört zur Betway Limited; die Whitelist führt die Erlaubnis für Betway mit Erstdatum 9. März 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die App wird unter dem Namen „Betway Sports Live Sportwetten“ im App Store angeboten.

Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Cash Out ist besonders bei längeren Etappen interessant, weil sich das Renngeschehen über mehrere Stunden entwickelt und eine ursprünglich vielversprechende Wette früh an Wert verlieren kann. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele; der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien, was für Radsportwetten weniger relevant ist.

Verdikt: Betway passt zu Lesern, die Cash Out als zentrales Feature nutzen. Die Plattform ist solide, der Fußball-Schwerpunkt des Konfigurators schmälert den Radsport-Nutzen allerdings leicht.

Bet3000 – der Neuzugang aus dem Frühjahr 2026

Bet3000 gehört zur I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta. Die Whitelist verzeichnet die Erlaubnis für Bet3000 mit dem Erstdatum 22. April 2026 – das ist das jüngste Erstdatum unter den hier aufgeführten Anbietern und bedeutet, dass Bet3000 erst im Frühjahr 2026 in den deutschen Markt eingetreten ist.

Als junger Anbieter auf dem deutschen Markt ist Bet3000 noch dabei, sich zu positionieren. Die Plattform ist in den Grundzügen etabliert, Radsportwetten auf die Tour de France sind verfügbar. Eine Bewertung der Quotenqualität und der Marktbreite lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend treffen, weil die Historie kurz ist.

Verdikt: Bet3000 ist eine Option für Leser, die einen weiteren lizenzierten Anbieter im Programm haben wollen. Wer Beständigkeit über mehrere Saisons sucht, ist mit Anbietern besser bedient, die bereits seit 2020 oder 2021 auf der Whitelist stehen.

Interwetten – der österreichisch-maltesische Klassiker

Interwetten gehört zur Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta; die Whitelist führt die Erlaubnis für Interwetten mit Erstdatum 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Interwetten ist eine der traditionsreichsten Marken im europäischen Sportwettenmarkt und seit Langem auch in Deutschland aktiv.

Das Wettprogramm deckt Radsport mit den üblichen Märkten ab: Gesamtsieg, Etappensieg und Wertungen. Interwetten war in der Vergangenheit für vergleichsweise hohe Quoten im Radsport bekannt, auch wenn das nicht für jede Etappe gleichermaßen gilt. Die Plattform wirkt nüchtern, ist aber funktional.

Verdikt: Interwetten passt zu Lesern, die einen Anbieter mit langer Marktpräsenz suchen und auf ein breites Radsport-Programm Wert legen. Die Quoten sind häufig konkurrenzfähig, ohne regelmäßig Bestmarken zu setzen.

Wettarten bei der Tour de France: was ein Anbieter im Programm haben sollte

Eine Rundfahrt wie die Tour de France trägt ihre Wettmärkte in einer eigenen Grammatik. Wer Fußballwetten gewohnt ist, muss umdenken.

Gesamtsieger

Die Königsdisziplin. Wer auf den Gesamtsieger setzt, wettet darauf, dass ein Fahrer nach der letzten Etappe in Paris die niedrigste kumulierte Zeit hat. Die Quoten werden weit vor dem Start der Tour gesetzt und verändern sich über die drei Wochen. Ein Sturz oder ein krankheitsbedingter Ausfall kann eine Wette sofort wertlos machen; eine spektakuläre Aufholjagd kann eine Außenseiter-Wette innerhalb weniger Etappen vom 50:1-Schein zu einem aussichtsreichen Tipp machen. Bei deutschen Anbietern ist diese Wette auf den Gesamtsieger Standard; wer sie nicht im Programm hat, gehört nicht in die engere Auswahl.

Etappensieger

Hier wird es kurzfristiger. Die Quote auf den Etappensieger wird vor jeder Etappe neu berechnet und ist nur für die kommenden Stunden oder Minuten relevant. Sprintetappen haben andere Favoriten als Bergetappen, Einzelzeitfahren wieder andere. Eine Wette auf den Etappensieger ist eine Wette auf ein Ereignis, das in der Regel sechs bis sieben Stunden nach Wettabgabe entschieden ist. Livewetten auf laufende Etappen sind unter den Bedingungen des GlüStV nur eingeschränkt möglich – mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Trikotwertungen

Vier Trikots, vier eigene Wettmärkte. Wer auf das grüne Trikot der Punktewertung setzt, wettet auf einen Sprintprofi; wer auf das gepunktete Trikot der Bergwertung setzt, wettet auf einen Kletterer. Das weiße Trikot der Nachwuchswertung kommt für Fahrer unter 26 Jahren in Frage. Diese Märkte sind bei den lizenzierten Anbietern in der Regel verfügbar, allerdings mit unterschiedlicher Tiefe.

Duell- und Spezialwetten

Duell-Wetten vergleichen zwei Fahrer miteinander, etwa „Pogačar vs. Vingegaard“. Spezialwetten können die Anzahl der Etappensiege einer Mannschaft oder die Frage betreffen, ob ein Ausreißer die Etappe gewinnt. Diese Märkte sind nicht bei allen Anbietern in derselben Breite verfügbar.

Livewetten auf eine laufende Etappe: was der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt

Livewetten sind in Deutschland strenger reguliert als Pre-Match-Wetten. § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags erlaubt Livewetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf die nächste Tor-/Satz-Ähnlichkeit – also auf Ereignisse, die in der jeweiligen Sportart selten sind. Im Fußball ist „nächstes Tor“ erlaubt, im Tennis „nächster Satz“, im Basketball „nächster Korb“ – vorausgesetzt, diese Ereignisse sind in der jeweiligen Sportart selten genug, um als Wette Sinn zu ergeben. „Nächster Punkt“ im Tennis und „nächster Korb“ im Basketball sind nach der GGL-Praxis nicht erlaubt, weil sie zu häufig vorkommen.

Für die Tour de France bedeutet das: Livewetten auf eine laufende Etappe sind in der Regel nur auf das Endergebnis möglich – also auf den Tagessieger, wenn die Etappe zu Ende ist, und auf den Gesamtsieg, wenn die Rundfahrt zu Ende ist. Livewetten auf Zwischensprints oder Bergwertungen sind in dieser Form nicht zulässig. Die Anbieter setzen die entsprechenden Märkte während der Etappe aus und reaktivieren sie erst nach dem Zielstrich.

Was hingegen erlaubt ist: Wetten auf die nächste Etappe, die während der laufenden Etappe angeboten werden können, weil die nächste Etappe ein anderes Ereignis ist. Diese Wetten sind Pre-Match-Wetten auf ein zukünftiges Ereignis und fallen nicht unter die Livewetten-Beschränkung.

Gewinne werden nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine Auszahlung vor Ende der Etappe ist nicht möglich; die Veranstalter warten das offizielle Ergebnis ab. Das ist ein wichtiger Punkt für Wettfreunde, die ihre Wette vor dem Ende absichern wollen – Cash Out ist eine Funktion, die jeder Anbieter für sich implementiert, ohne dass der Glücksspielstaatsvertrag sie vorschreibt oder begrenzt.

Die Marge verstehen: was die Quote wirklich kostet

Jede Wettquote enthält eine Marge, auch „Buchmachermarge“ oder „Auszahlungsquote“ genannt. Sie ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Euro Einsatz einbehält. Eine Quote von 1,90 / 1,90 auf einen Zweier-Markt sieht nach fairem Angebot aus, ist aber rechnerisch nichts anderes als 1,90 = 1 / (1 – Marge). Bei zwei Ausgängen mit gleicher Quote von 1,90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, also 95 %. Die Marge liegt entsprechend bei rund 5 %.

Anders gerechnet: Bei einem Gesamteinsatz von 100 € auf beide Seiten eines 1,90/1,90-Marktes zahlt der Veranstalter 95 € zurück und behält 5 € ein. Das ist sein Verdienst, der unabhängig vom Ausgang der Wette fließt. Bei Märkten mit drei Ausgängen – etwa einem Etappensieg mit mehreren Favoriten – liegt die Marge entsprechend höher, weil die Auszahlungsquote über drei Summanden berechnet wird.

Die Marge variiert zwischen Anbietern, Sportarten und Wettmärkten. Fußball-Märkte haben häufig eine Marge von 3 bis 5 %, Radsport-Märkte können je nach Anbieter und Etappentyp bei 5 bis 8 % liegen. Außenseiter-Wetten mit hohen Quoten tragen oft eine höhere Marge als Favoriten-Wetten, weil das Risiko für den Anbieter dort schwerer zu kalkulieren ist. Wer wissen will, wie viel die Quote wirklich kostet, vergleicht die Auszahlungsquoten über mehrere Anbieter.

Ein Rechenbeispiel zur Marge

Eine illustrative Zwei-Wege-Wette zu Quoten 1,90 / 1,90 dient als Beispiel, nicht als tatsächlich beobachteter Preis. Die Auszahlungsquote beträgt 1 / (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, die Marge entsprechend etwa 5 %.

Übertragen auf 100 € Einsatz auf beiden Seiten: Der Veranstalter zahlt 95 € an die Wettenden zurück und behält 5 € ein. Das gilt für jede Wette einzeln, unabhängig vom Ausgang – wer auf Ausgang A setzt, gewinnt 90 € (Einsatz 100 € zurück plus 90 € Reingewinn bei Quote 1,90), wer auf Ausgang B setzt, gewinnt ebenfalls 90 €. In beiden Fällen hat der Veranstalter vor der Auszahlung 200 € eingenommen und 190 € ausgezahlt; 10 € Differenz auf 200 € Einsatz entsprechen den 5 %.

Wer dieses Beispiel für eine konkrete Etappe nachvollziehen will, nimmt die aktuellen Quoten der Anbieter und rechnet sie in die Auszahlungsquote um. Anbieter mit einer Auszahlungsquote nahe 95 % sind im Vorteil gegenüber Anbietern mit 92 % oder weniger. Die Differenz von 3 Prozentpunkten entspricht bei 1.000 € Einsatz einem Unterschied von 30 € zugunsten des Anbieters mit der höheren Auszahlungsquote.

Bonusangebote und ihre Tücken

Die Anbieter werben mit Willkommensboni, Gratiswetten und Quotenboosts. Die Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber Unterschiedliches.

Ein Willkommensbonus ist in der Regel an eine Ersteinzahlung gekoppelt und wird als Prozentwert auf den eingezahlten Betrag gewährt. Der Bonus wird in der Regel nicht sofort ausgezahlt, sondern muss zunächst umgesetzt werden – das heißt, der Bonusbetrag muss eine bestimmte Anzahl von Malen zu einer Mindestquote gesetzt werden, bevor er als Echtgeld ausgezahlt werden kann. Die genauen Bedingungen legt jeder Anbieter in seinen AGB fest.

Eine Gratiswette (auch „Freebet“ oder „Freiwette“) ist ein festgelegter Betrag, den der Anbieter dem Konto gutschreibt. Bei einer gewonnenen Gratiswette wird in der Regel nur der Reingewinn ausgezahlt, nicht der Einsatz der Gratiswette. Wer eine 10 € Gratiswette auf Quote 2,00 setzt und gewinnt, bekommt 10 € ausgezahlt – nicht 20 €.

Ein Quotenboost ist eine zeitlich begrenzte Erhöhung der Quote auf einen bestimmten Markt. Auch hier gilt: Die genauen Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters.

Wichtig für die Bewertung ist nicht der Bonus selbst, sondern die Umsatzbedingung. Eine 100 € Gratiswette, die an eine 10-fache Umsetzung zu Mindestquote 1,80 gebunden ist, kostet den Wettenden im Schnitt mehr als sie einbringt, weil die Marge des Marktes den erwarteten Gewinn auffrisst. Die Formel hinter dieser Rechnung ist im Glücksspielstaatsvertrag nicht definiert; sie ergibt sich aus der Marge des Marktes, auf dem umgesetzt wird, und der Mindestquote, die für den Umsatz zählt.

Verantwortungsvolles Spielen: was der Glücksspielstaatsvertrag vorschreibt

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 setzt für lizenzierte Anbieter einen klaren Rahmen zum Spielerschutz. Drei Mechanismen sind zentral: OASIS, LUGAS und der Panikbutton.

OASIS – die bundesweite Sperrdatei

OASIS ist das Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV. Jeder lizenzierte Anbieter ist verpflichtet, OASIS bei Registrierung und Login abzufragen. Wer in OASIS eingetragen ist, darf sich nicht registrieren oder einloggen. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt; ohne Frist mindestens ein Jahr. Eine Aufhebung ist nur nach Ablauf der Frist und auf Antrag möglich. Wer sich selbst sperrt, ist auf allen lizenzierten Anbietern gesperrt – OASIS ist eine Sperre für den gesamten deutschen Markt, nicht für einen einzelnen Anbieter.

Fremdsperren durch Angehörige oder durch die Anbieter selbst sind ebenfalls möglich und haben eine Mindestdauer.

LUGAS – die Limit- und Aktivitätsdatei

LUGAS ist die Limitdatei nach § 6c Abs. 1 GlüStV, die das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € über alle Anbieter hinweg durchsetzt. Wer 500 € bei Anbieter A einzahlt, kann nur noch 500 € im laufenden Kalendermonat bei Anbieter B einzahlen. Die Aktivitätsdatei nach § 6h GlüStV stellt sicher, dass ein Spieler nicht parallel bei mehreren Anbietern spielt – wer eingeloggt ist, kann sich nicht gleichzeitig bei einem anderen Anbieter einloggen.

Das Einzahlungslimit kann auf Antrag erhöht werden, wenn der Anbieter eine individuelle Erlaubnis hat und der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist. Bis 10.000 € ist die Erlaubnis einfacher zu erhalten, ab 10.000 € bis 30.000 € nur für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters. Eine Selbstauskunft reicht nicht – es braucht verwertbare Nachweise.

Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das verhindert, dass ein Spieler in einer Spielsituation sein Limit spontan hochsetzt.

Der Panikbutton

Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Ein Klick genügt, und der Anbieter muss den Account für 24 Stunden blockieren. Die Sperre gilt nur für den jeweiligen Anbieter, nicht marktweit – wer den Panikbutton bei Anbieter A drückt, kann in dieser Zeit noch bei Anbieter B spielen, sofern das LUGAS-System dies zulässt.

Weitere Schutzmechanismen

Die Teilnahme ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Vor der vollständigen Verifizierung kann ein Anbieter das Spiel für maximal 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € erlauben, ohne Auszahlungen. Zahlungen sind nur von einem Konto möglich, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird – anonyme Zahlungsmittel wie Kryptowährungen oder anonyme Prepaid-Karten sind nicht zugelassen.

Die Sportwettensteuer: 5,3 %, aber richtig gerechnet

Die Sportwettensteuer ist eine deutsche Besonderheit. Sie beruht auf §§ 16-25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage. Die Bemessungsgrundlage ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst, also Einsatz × 5,3 / 105,3 ≈ 5,03 % des gezahlten Betrags.

Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler. Das bedeutet: Der Anbieter kann die Steuer selbst tragen, sie auf den Spieler umlegen oder einen Teil selbst tragen und einen Teil umlegen. Was jeder Anbieter tut, steht in seinen AGB.

Winamax wirbt mit „0% Wettsteuer“. Andere Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab oder verrechnen sie mit dem Gewinn. Wer die Steuer umgerechnet auf den eigenen Einsatz wissen will, rechnet: 100 € Einsatz, 5,3 % Steuer auf den Nettoeinsatz = 100 / 105,3 × 5,3 = etwa 5,03 €. Der Spieler zahlt also 5,03 € und wettet mit 94,97 € Nettoeinsatz. Bei einer Quote von 1,90 auf den Gewinn bekommt er 94,97 × 1,90 = 180,44 € ausgezahlt, verglichen mit 100 × 1,90 = 190 € ohne Steuer – die Differenz entspricht der Steuer.

Wichtig: Die gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Lizenz. Auch Anbieter ohne deutsche Erlaubnis können und müssen die Sportwettensteuer abführen, weil die Steuer auf den Veranstalter erhoben wird, unabhängig von dessen Lizenzstatus. Wer unsicher ist, ob ein Anbieter lizenziert ist, prüft die Whitelist, nicht die Steuerbescheinigung.

Was Offshore bedeutet – und warum es riskant ist

Ein Anbieter mit einer Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ist in Deutschland kein lizenzierter Anbieter. Die deutsche Erlaubnis nach § 9a GlüStV wird von der GGL erteilt, nicht von einer ausländischen Aufsichtsbehörde. Eine Malta-Lizenz hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung, eine Curaçao-Lizenz ebenso wenig.

Für Spieler auf Offshore-Seiten bedeutet das: kein OASIS-Schutz, keine LUGAS-Limits, keine deutsche Aufsicht, keine deutsche Rechtsdurchsetzung. Wer auf einer Offshore-Seite spielt, kann dort zwar höhere Limits und mehr Märkte vorfinden, aber er hat im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner und kein deutsches Gericht, das zuständig wäre. Die zivilrechtliche Rückforderung verlorener Einsätze ist in Einzelfällen möglich – die Rechtssache I ZR 90/23 vor dem BGH zeigt, dass deutsche Gerichte bereit sind, solche Forderungen zu prüfen. Eine Garantie für eine Rückzahlung gibt es nicht.

Die GGL warnt regelmäßig vor illegalen Angeboten und hat im September 2026 explizit Plattformen wie „Platincasino“ als Beispiele für unerlaubte Angebote genannt. Die Liste der von der GGL beanstandeten Anbieter ist nicht abschließend.

Welcher Anbieter für welchen Lesetyp

Die zehn lizenzierten Anbieter unterscheiden sich in Profil und Schwerpunkt. Eine ehrliche Empfehlung im Sinne eines „der beste Anbieter“ lässt sich nicht geben, weil das vom Leseverhalten abhängt.

Wer den höchsten Quoten-Schnitt sucht und auf die Wettsteuer schaut, ist bei Winamax gut aufgehoben – die fehlende Wettsteuer und die 45 % Bestquoten in der Odoxa-Studie sprechen für sich. Wer eine breite Plattform mit Konfigurator und Cash Out sucht, findet bei Betano oder Betway passende Angebote. Wer eine traditionsreiche deutsche Marke bevorzugt, landet bei ODDSET oder Interwetten. Wer Nischenmärkte und Außenseiter-Quoten sucht, sollte einen Blick auf VBet werfen. Wer einen jungen Anbieter mit frischer Lizenz testen will, kann Bet3000 probieren. Wer eine bekannte Marke mit eigener App-Plattform sucht, ist bei Tiptorro richtig. Wer ein breites Sportangebot mit Konfigurator+ möchte, schaut sich Sportingbet an. Wer eine schlankere Plattform mit etwas anderen Märkten sucht, findet NEO.bet.

Die Auswahl ist also keine Wertung, sondern eine Landkarte. Wer sich auf der Karte zurechtfindet, hat die Auswahl getroffen, die zu seinem Spielverhalten passt.

Häufige Fragen

Wo kann in Deutschland legal auf die Tour de France gewettet werden?

Legal wetten darf in Deutschland nur, wer einen Anbieter mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a GlüStV nutzt. Die Erlaubnis wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder erteilt und ist in deren offizieller Whitelist verzeichnet. Der Stand vom 2. Oktober 2026 listet 27 solcher Veranstalter; jeder Anbieter in diesem Text ist dort eingetragen. Wer bei einem anderen Anbieter wettet, spielt ohne deutsche Erlaubnis und ohne den Schutz von OASIS und LUGAS.

Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France?

Die zentralen Märkte sind Gesamtsieg, Etappensieg sowie die Wertungen für das grüne Trikot (Punkte), das gepunktete Trikot (Berge) und das weiße Trikot (Nachwuchs). Dazu kommen Duell-Wetten zwischen zwei Fahrern, Spezialwetten auf Etappenausgänge und Mannschafts-Wetten. Welche dieser Märkte ein Anbieter im Programm hat, variiert; die Königsdisziplinen Gesamtsieg und Etappensieg sind aber überall verfügbar.

Wann fand die Tour de France 2026 statt, und lässt sich darauf noch wetten?

Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 statt, mit Start in Barcelona und Ziel in Paris. Sie umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km. Mit dem Zieleinfall in Paris wurden die Märkte geschlossen. Wer noch auf die Ausgabe 2026 wetten will, kommt zu spät; die nächste Auflage folgt 2027, deren Strecke noch nicht feststeht.

Welche Livewetten sind während einer laufenden Etappe nach dem Glücksspielstaatsvertrag zulässig?

Während einer laufenden Etappe sind Livewetten nur auf das Endergebnis zulässig, also auf den Tagessieger und auf den Gesamtsieg. Wetten auf Zwischensprints oder einzelne Wertungsankünfte sind während der Etappe ausgeschlossen. Wetten auf die nächste Etappe sind hingegen erlaubt, weil sie als Pre-Match-Wetten auf ein anderes Ereignis gelten. Diese Beschränkung gilt für alle lizenzierten Anbieter gleichermaßen.

Wie berechnet sich die Auszahlung einer Gesamtsieg-Wette aus Einsatz und Quote?

Eine gewonnene Wette zahlt den Einsatz multipliziert mit der Quote zurück. Wer 100 € zu Quote 1,90 setzt, bekommt im Erfolgsfall 190 € ausgezahlt – davon 100 € Einsatz und 90 € Reingewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps zu einer Gesamtquote; drei Tipps mit Quoten von 1,50, 1,80 und 2,00 ergeben eine Gesamtquote von 5,40, der Gewinn aus 100 € Einsatz liegt bei 540 €. Die Marge ist in jeder einzelnen Quote enthalten; sie ist der Anteil, den der Anbieter im Schnitt einbehält.

Erstellt vom Redaktionsteam „Basketballwettenhub”.