Android Sportwetten: Was die App leistet, was die Lizenz vorschreibt
Eine Sportwetten-App für Android ersetzt kein Browserspiel und keine separate Lizenz: Wer in Deutschland per Smartphone wettet, nutzt dasselbe Konto, dasselbe Einzahlungslimit und dieselbe Whitelist-Prüfung wie am Desktop. Was den Unterschied macht, ist nicht das Gerät, sondern die Frage, ob der Anbieter überhaupt eine deutsche Erlaubnis hat. Die App ist die Bühne, das Recht steht im Hintergrund.

Diese Seite ist auf Stand des 19 Oktober 2026 und prüft die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
Inhaltsverzeichnis
- Was Sportwetten per Android-App tatsächlich sind
- Rechtslage: Was die GGL-Whitelist tatsächlich prüft
- Verantwortungsvolles Spielen: Warum die App das Risiko verschärft
- Mobile Bedienung: Was die App vom Browser unterscheidet
- Vergleich: Zehn lizenzierte Anbieter und ihre Android-Apps
- Weitere Sportwetten-Apps am deutschen Markt
- Häufig gestellte Fragen
Was Sportwetten per Android-App tatsächlich sind
Eine Android-Sportwetten-App ist kein eigenes Produkt, sondern eine mobile Variante des Wettangebots, das der Anbieter auch im Browser führt. Konto, Guthaben, offene Wettscheine, Limits und die Sperrdatei-Prüfung sind dieselben. Eine Registrierung am Laptop ist später am Telefon genauso nutzbar wie umgekehrt. Wer die App löscht, verliert keinen Kontostand; wer das Konto schließt, verliert die App-Funktion.
Grundlage: App und Browser teilen sich Regeln und Konto
Die technische Form wechselt, die rechtliche Form bleibt gleich. Eine Wette, die in der App abgegeben wird, löst denselben Steuereffekt aus wie eine Wette auf der Webseite. Eine Einzahlung über die App zählt genauso in das monatliche Limit von 1.000 € wie eine Einzahlung im Browser. Ein in der App gesetzter Wettschein erscheint in der gleichen Wett-Historie wie jeder andere. Das ist der Grund, warum ein Anbieter, der im Browser funktioniert, nicht extra „für Android zertifiziert“ werden muss: Die App ist eine Ansicht desselben Kontos.

Dasselbe gilt für Sicherheitsmerkmale. Biometrische Anmeldung per Fingerabdruck oder Face-Login, automatischer Logout nach Inaktivität und die Bestätigung per PIN vor jeder Auszahlung sind App-seitige Komfortfunktionen, die niemanden von der Pflicht entbinden, sich am Gerät selbst um Updates und Bildschirmsperre zu kümmern.
Einordnung: Wettanbieter, Buchmacher, Veranstalter
Das Gesetz spricht vom „Veranstalter von Sportwetten“ und meint damit den Anbieter, der Wetten organisiert und das Risiko trägt (§ 9 GlüStV). Im Alltag sagt man Wettanbieter oder salopp Buchmacher, wobei „Buchmacher“ im Rennwett- und Lotteriegesetz streng genommen nur den Pferderenn-Wettveranstalter meint. Für die Bewertung einer App ist die sprachliche Feinheit zweitrangig. Entscheidend ist, wer hinter dem Angebot steht und ob dieser Inhaber eine deutsche Erlaubnis hat.
Eine Marke wie 888sport gehört zur 888-Gruppe, deren Holding 888 Holdings PLC in Gibraltar sitzt und seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis hält aber die 888 Germany Limited als deutsche Lizenznehmerin. Die App lädt aus diesem Lizenz-Verhältnis ihre rechtliche Substanz, nicht aus dem Börsenkurs der Mutter.
Rechtslage: Was die GGL-Whitelist tatsächlich prüft
Wer in Deutschland Sportwetten per App anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Die Behörde mit Sitz in Halle (Saale) ist seit dem 1. Juli 2021 die zentrale Aufsicht für Online-Glücksspiel in Deutschland. Sie erteilt die bundesweite Genehmigung, organisiert die Limitdatei LUGAS und die Sperrdatei OASIS und führt die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV.

Rechtslage: Die Whitelist ist der einzige Test
Die Whitelist der GGL ist die einzige verlässliche Quelle, um zu prüfen, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist. Sie nennt für jedes erlaubte Angebot den Domainnamen, den Inhaber der Erlaubnis und das Datum der Erteilung. Die Liste wird auf der Webseite der Behörde veröffentlicht und fortlaufend aktualisiert. Am 2. Oktober 2026 umfasste sie 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon auch für Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Veranstalter. Alle aufgeführten Domains enden auf .de, aber eine .de-Endung allein beweist gar nichts.
Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt; die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, nicht das Ende. Eine Erlaubnis kann verlängert werden, deshalb tauchen in der Liste zu manchen Anbietern mehrere Daten auf: ein erstes Erlaubnisdatum und ein oder zwei Folgedaten. Bei Interwetten etwa steht die Ersterlaubnis vom 2. November 2020, gefolgt von einer Folgedatum-Erlaubnis am 27. Dezember 2022. Bei 888sport gilt die Ersterlaubnis vom 30. Juni 2021 mit Folgedatum am 15. Dezember 2022. Das bedeutet: Der Anbieter hat in der Zwischenzeit eine aktualisierte Genehmigung erhalten, sein Status als lizenzierter Veranstalter ist nicht abgelaufen.
Was die Whitelist nicht zeigt: Sie enthält keine Auskunft über Casino, Poker oder virtuelle Automatenspiele, die unter derselben Holding laufen. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf einer Domain bedeutet nicht, dass auf der Sportwetten-Domain ebenfalls gewettet werden darf. Beide Erlaubnisse sind getrennte Genehmigungen mit getrennten Regeln.
Live-Wetten, Cashout, Sportarten: Was die Erlaubnis einschränkt
Die deutsche Erlaubnis deckt nicht alles ab, was eine App technisch anbieten könnte. Bei Live-Wetten ist der Spielraum eng: Während eines laufenden Spiels darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente gewettet werden, und das auch nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt. Der nächste Punkt im Tennis, der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Wer aus dem Ausland gewohnte Märkte kennt, wird in der deutschen App eine kleinere Auswahl vorfinden.
Ebenfalls ausgeschlossen sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren: Die GGL-Praxis stuft Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich ein. Wetten auf Social-Media-Events, politische Ereignisse und Esports sind ebenfalls nicht zulässig. Esports gilt in der behördlichen Lesart nicht als Sport, weshalb kein lizenzierter Anbieter in Deutschland Esports-Wetten offeriert. Cashout ist keine behördlich vorgegebene Funktion, sondern eine Eigenschaft, die der jeweilige Anbieter in seiner App umsetzt oder nicht; bei MERKUR BETS etwa ist Cashout nach Abgabe des Wettscheins jederzeit über einen gelben Button nutzbar, der Betrag wird aber erst nach Spielende ausgezahlt.
Was eine .de-Domain und ein Play-Store-Eintrag nicht beweisen
Eine .de-Domain und eine App im Google Play Store sind kein Lizenznachweis. Google prüft nicht die Glücksspielaufsicht, sondern Geschäftsbedingungen und Inhalte gegen die eigenen Store-Regeln. Wer eine APK-Datei außerhalb des Play Stores aus dem Internet herunterlädt, umgeht die Google-Prüfung vollständig. Eine solche Installationsdatei kann verändert worden sein, Phishing-Risiken bergen oder schlicht auf einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verweisen.
Dasselbe gilt für Casino-Apps: Auch eine App, die Spielautomaten, Live-Casino oder Poker anbietet, kann in Deutschland nur dann legal betrieben werden, wenn der Anbieter die jeweilige Erlaubnis dafür hält. Eine Sportwetten-App eines nicht-lizenzierten Anbieters fällt in die Kategorie des unerlaubten Glücksspiels nach § 4 Abs. 1 GlüStV, auch wenn der Store sie listet. Die GGL hat im September 2026 ausdrücklich vor Angeboten wie Platincasino gewarnt und vor der Teilnahme an illegalem Glücksspiel im Milliardenbereich.
Steuern, Gerichte, Rückforderungen
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % nach §§ 17, 18 RennwLottG, berechnet auf den Einsatz minus die Steuer selbst, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob ein Anbieter sie direkt vom Einsatz abzieht, sie aus der Marge trägt oder teilweise weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst. Auf der Quittung des Spielers steht sie nicht zwingend, sie ist Teil der Buchhaltung des Anbieters. Die Steuer wird auch dann fällig, wenn der Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat; eine entrichtete Steuer ist kein Indiz für eine Lizenz.
Zivilrechtlich ist die Lage im Fluss. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; ein Kläger fordert von Tipico über 3.700 € aus Wetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können, mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Urteil selbst steht noch aus. Bis dahin gilt: Wer auf einer Whitelist steht, hat die höchste rechtliche Sicherheit; wer nicht, geht ein zivilrechtliches Risiko ein, dessen Ausgang offen ist.
Strafrechtlich kann das Organisieren von unerlaubtem Glücksspiel nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe kosten, das Bewerben bis zu ein Jahr. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB eine Ordnungswidrigkeit mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe.
Verantwortungsvolles Spielen: Warum die App das Risiko verschärft
Eine Sportwetten-App ist immer in der Hosentasche. Wer 24 Stunden Zugang zu Wettmärkten hat, kann auch 24 Stunden impulsiv wetten. Die deutsche Regulierung setzt deshalb genau an den Stellen an, die am Smartphone besonders leicht auszuhebeln sind: Einzahlungslimit, Sperrdatei, Sofortsperre.
Einzahlungslimit und LUGAS
Seit dem Inkrafttreten des GlüStV 2021 gilt ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat. Das Limit wird technisch über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt, die alle lizenzierten Anbieter miteinander verbindet. Eine Einzahlung von 600 € bei Anbieter A reduziert das verbleibende Monatslimit bei Anbieter B auf 400 €, unabhängig davon, ob die App des zweiten Anbieters überhaupt geöffnet ist. Das Limit gilt pro Person, nicht pro Zahlungsmittel und nicht pro Gerät.
Ein Anbieter darf das Limit für einen einzelnen Spieler anheben, wenn dieser seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist, etwa durch Gehaltsnachweise oder Vermögensaufstellungen. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Die höchste Stufe liegt bei 30.000 € monatlich, darf aber nur für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters gewährt werden. Eine Senkung des Limits tritt sofort in Kraft, eine Anhebung erst nach sieben Tagen Karenzzeit.
Wer das Limit im Browser auf 2.000 € gesetzt hat, kann in der App nicht mehr einzahlen, sobald 1.000 € überschritten sind, auch wenn der Browser noch 1.000 € freigeben würde: Das System ist eine Datei, keine separate App-Logik. Genau darin liegt der Vorteil gegenüber Anbietern ohne deutsche Lizenz, die ihr eigenes Limit setzen und in der Regel deutlich höher liegen.
OASIS-Sperrdatei und Sofortsperre
Bevor ein Konto bei einem lizenzierten Anbieter aktiviert wird, prüft dieser die Sperrdatei OASIS. Wer dort mit einer Selbstsperre geführt wird, kann kein neues Konto eröffnen, keine Einzahlung vornehmen und keine Wette platzieren. Eine Selbstsperre beträgt mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Die Sperre gilt anbieterübergreifend: Eine Sperre bei Anbieter A sperrt auch die Konten bei Anbieter B, C und D. Wer aus der Sperre zurückkehren will, muss die Frist ablaufen lassen und einen Antrag auf Aufhebung stellen, der vom Anbieter geprüft wird.
Zusätzlich gibt es den sogenannten Panikbutton. Eine einzige Betätigung löst eine 24-stündige Sperre aus, die sofort greift und nicht vorzeitig aufgehoben werden kann. Der Button ist als Schutz für genau die Situation gedacht, in der ein Spieler merkt, dass er die Kontrolle verliert: am späten Abend, nach einer verlorenen Wette, mitten im Spiel. Wer auf dem Smartphone wettet, hat diesen Button in Reichweite. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz spielt, hat ihn nicht, weil OASIS und Panikbutton an die deutsche Erlaubnis gebunden sind.
Parallelspiel und Anbieterwechsel
Das GlüStV verbietet das sogenannte Parallelspiel: Es ist nicht erlaubt, gleichzeitig bei mehreren Anbietern mit demselben Konto oder unter verschiedenen Identitäten aktiv zu sein. Die Aktivitätsdatei, ebenfalls Teil von LUGAS, registriert, wer wo spielt. Wer versucht, das Monatslimit zu umgehen, indem er zwischen mehreren Anbietern hin- und herwechselt, fällt in dieses Verbotsraster. Für die Nutzung per App bedeutet das: Es gibt keinen Vorteil darin, fünf Apps parallel installiert zu haben. Eine Lizenz, ein Konto, ein Limit.
Geldquellen: Warum keine Kryptowährungen, keine fremden Konten
Das GlüStV schreibt in § 6b Abs. 4 vor, dass Zahlungen nur von einem Zahlungskonto erfolgen dürfen, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Institut geführt wird, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum sind keine Zahlungskonten im Sinne des Gesetzes, ebenso wenig anonyme Prepaid-Karten oder Gutscheine ohne Identitätsprüfung. Deshalb akzeptieren lizenzierte deutsche Anbieter diese Zahlungsmittel grundsätzlich nicht. Wer trotzdem mit Kryptowährungen einzahlen will, landet bei Anbietern ohne deutsche Lizenz, mit allen Folgen für OASIS, LUGAS und den Spielerschutz.
Wer Hilfe sucht
Bundesweit ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Anlaufstelle für Fragen zu problematischem Spielverhalten. Die Telefonberatung der BZgA ist unter 0800 1 372 700 kostenlos erreichbar, die Online-Beratung läuft anonym über die Webseite. Die Anbieter selbst sind verpflichtet, auf jeder Seite ihrer App und auf jeder Wettquoten-Anzeige einen Link zur BZgA einzublenden und beim Login eine Selbsttest-Funktion anzubieten. Wer in der App einen Hinweis auf Hilfsangebote vermisst, hat einen Grund, den Anbieter zu wechseln.
Mobile Bedienung: Was die App vom Browser unterscheidet
Eine App ist nicht nur ein Browser im Hosentaschenformat. Die Bedienung per Touchscreen verlangt andere Lösungen als die Steuerung mit Maus und Tastatur. Eine gute Sportwetten-App zeichnet sich durch drei Eigenschaften aus: Wettschein-Ansicht, Cash-out-Schaltfläche und Live-Center.
Wettschein und Quotenansicht
Im Browser ist der Wettschein ein Seitenfenster, in der App ist er ein Vollbildschirm, der per Wischgeste ausgeblendet wird. Die wichtigste Funktion ist daher die Art, wie Einzelwette, Kombiwette und Systemwette ausgewählt werden. Eine gute App zeigt nach jedem Tipp sofort die aktualisierte Gesamtkombi-Quote und weist darauf hin, wenn ein Markt aufgrund deutscher Regulierung nicht verfügbar ist. Wer ein Fußballspiel ankreuzt und gleichzeitig auf den nächsten Korb im Basketball tippen will, bekommt in der App eine Sperrmeldung statt einer angenommenen Wette.
Auch die Quote selbst verdient Aufmerksamkeit. Die App zeigt sie in Dezimalschreibweise mit Komma, also 2,10 statt 2.10. Der angezeigte Wert ist der Bruttowert, also der Betrag, den der Spieler bei einem Einsatz von 1 € insgesamt zurückerhält, inklusive Einsatz. Was davon ausgezahlt wird, ist brutto minus Einsatz, also 1,10 € Gewinn pro 1 € Einsatz. Die Quoten sind über den Tag hinweg stabil, ändern sich aber live, und die App muss die Änderung in Echtzeit anzeigen, ohne dass der Spieler den Wettschein neu öffnen muss.
Cash-out: Teilverkauf und Wartezeit
Cash-out ist die Funktion, einen Wettschein vor Spielende an den Anbieter zurückzuverkaufen. Was als „sofortige Auszahlung“ beworben wird, hat zwei Schritte, die in der App sichtbar sein müssen. Erstens: Die Schaltfläche „Cashout“ wird im Bereich „Meine Wetten“ aktiviert, sobald der Anbieter einen Rückkaufpreis anbietet. Bei MERKUR BETS ist das nach Abgabe des Wettscheins jederzeit möglich. Bei anderen Anbietern gilt ein Zeitfenster, oft nur bis kurz vor Spielbeginn. Zweitens: Die Auszahlung des Betrags erfolgt erst, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Eine „sofortige“ Verfügbarkeit auf dem Spielerkonto ist damit nicht gleichbedeutend mit einer sofortigen Auszahlung; das Geld ist auf dem Wettschein reserviert, aber noch nicht transferiert.
Teil-Cashout bedeutet, dass nur ein Teil des Wetteinsatzes zurückverkauft wird, während der Rest offen bleibt. Die App von Sportwetten.de etwa bewirbt eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion. Wer Teil-Cashout nutzt, sollte verstehen, dass der verbleibende Wettschein mit der ursprünglichen Quote weiterläuft, nicht mit der Quote zum Zeitpunkt des Teil-Cashouts.
Live-Center, Match-Tracker, Streaming
Live-Wetten am Smartphone verlangen schnelle Orientierung. Eine gute App zeigt den aktuellen Spielstand, die vergangenen Ereignisse und die offenen Märkte in einer Ansicht, die mit einer Wischbewegung zwischen Anzeigen wechselt. Der Live-Match-Tracker des Anbieters Sportwetten.de ist ein Beispiel für diese Funktion, ebenso die Live-Statistiken, die bwin und Tipwin bewerben.
Live-Streams sind die Königsdisziplin. bet365 etwa überträgt nach eigenen Angaben jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream in der App. Betano bietet Streams unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL, verfügbar allerdings nur verifizierten Kunden mit einem bestimmten Mindestguthaben. Die Bedingung, dass Live-Streaming an ein Mindestguthaben gekoppelt ist, ist nicht ungewöhnlich; sie soll Spieler vom Streaming ohne Wettinteresse abhalten, was die Übertragungslizenzen schont. Wer in der App ein leeres Streaming-Fenster sieht, hat entweder kein ausreichendes Guthaben oder eine Sportart gewählt, für die der Anbieter keine Rechte hält.
Biometrische Anmeldung und Konto-Schutz
Eine App, die nach jedem Schließen des Smartphones ein neues Passwort verlangt, ist unbenutzbar. Eine App, die überhaupt keine erneute Anmeldung verlangt, ist ein Sicherheitsrisiko. Der Kompromiss ist die biometrische Anmeldung per Fingerabdruck oder Face-Erkennung. Sportwetten.de etwa bewirbt die Anmeldung per Face ID. Die Funktion ist komfortabel, aber sie verlagert die Verantwortung auf das Gerät: Wer sein Smartphone unverschlossen lässt, gibt jedem, der es in die Hand nimmt, Zugriff auf sein Wettkonto. Sinnvoll ist die biometrische Anmeldung nur in Kombination mit einer Bildschirmsperre.
Push-Benachrichtigungen, Akkuverbrauch, Datenschutz
Eine Wett-App, die Push-Benachrichtigungen für jede Quotenänderung verschickt, ist aufdringlich. Eine App, die keine Benachrichtigung verschickt, wenn eine Wette gewonnen hat, ist unvollständig. Die meisten Anbieter bieten eine differenzierte Steuerung: Benachrichtigung bei Wettgewinnen, bei Quotenänderungen auf markierten Spielen, bei neuen Aktionen. Die Einstellung findet sich in den App-Optionen, nicht im Konto-Web. Wer Push-Benachrichtigungen aktiviert, sollte die Berechtigung so eng wie möglich setzen.
Der Datenhunger einer Wett-App ist nicht zu unterschätzen. Sie kennt den Standort (für Geoblocking), die Geräte-ID, das Nutzungsverhalten, die Spielhistorie und das Zahlungsverhalten. Anbieter mit deutscher Lizenz unterliegen der DSGVO und müssen diese Daten auf Servern in der EU verarbeiten; Anbieter ohne Lizenz haben daran keine bindende Verpflichtung. Wer in den App-Berechtigungen Standortfreigabe, Zugriff auf Fotos oder Mikrofon findet, ohne dass die App-Funktion dies verlangt, sollte die Berechtigung entziehen.
Vergleich: Zehn lizenzierte Anbieter und ihre Android-Apps
Die folgende Übersicht listet zehn Anbieter, die am 2. Oktober 2026 auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwetten-Erlaubnis für eine .de-Domain standen. Die Tabelle zeigt den Inhaber der Erlaubnis, wie ihn die Whitelist nennt, sowie das Datum der Ersterlaubnis; bei mehreren Genehmigungen ist das Datum der ersten Genehmigung angegeben. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Wertung.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| AdmiralBet | Whitelist-Eintrag | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| Interwetten | Whitelist-Eintrag | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| Betway | Whitelist-Eintrag | Betway Limited | 09.03.2021 |
| MERKUR BETS | Whitelist-Eintrag | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| bwin | Whitelist-Eintrag | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| LeoVegas | Whitelist-Eintrag | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| 888sport | Whitelist-Eintrag | 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| bpremium | Whitelist-Eintrag | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist-Eintrag | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Was die Tabelle nicht zeigt: Sie zeigt keine Auskunft über die App-Funktionen selbst, die Bonusbedingungen, die Zahlungsmethoden oder die Wettmärkte. Diese Punkte sind im Folgenden für jeden Anbieter einzeln dargestellt, soweit die Store-Beschreibung und die Whitelist sie belegen. Die Beschreibung ist eine Übersicht über das, was die App formal leistet; sie ist keine Empfehlung, dort zu spielen.
AdmiralBet
AdmiralBet wird auf der Whitelist unter Admiralbet.de geführt, betrieben von der Greentube Betting Malta Limited. Die Ersterlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, eine Folgedatum-Erlaubnis auf den 13. Dezember 2022 und eine weitere am 29. Juli 2024. Die Mutter Greentube gehört zur Novomatic-Gruppe, einem österreichischen Glücksspielkonzern, dessen Sportwetten-Marke Admiralbet in mehreren europäischen Märkten aktiv ist. Die App-Version für Android ist im Play Store verfügbar und bietet die übliche Vorab- und Live-Wetten-Struktur mit Cashout-Funktion. Auf slots.admiralbet.de betreibt die gleiche Gesellschaft virtuelle Automatenspiele mit einer eigenen Erlaubnis seit dem 28. September 2022; die Sportwetten- und die Slots-Erlaubnis sind getrennte Genehmigungen.
AdmiralBet ist eine solide Wahl für Spieler, die auf einen österreichisch geprägten Anbieter mit langer Historie im stationären Geschäft setzen. Die Marke ist in Spielbanken und Wettlokalen in Deutschland sichtbar, was Vertrauen schafft, aber kein Ersatz für eine Prüfung der App-Funktionen ist. Wer auf eine breite Auswahl an Nischen-Sportarten oder Spezialwetten setzt, sollte vor der Registrierung prüfen, ob das Wettprogramm die eigenen Lieblings-Märkte abdeckt.
Interwetten
Interwetten gehört zu den ältesten Online-Wettanbietern Europas und wird auf der Whitelist unter Interwetten.de von der Interwetten Gaming Limited geführt. Ersterlaubnis am 2. November 2020, eine Folgedatum-Erlaubnis am 27. Dezember 2022. Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird im Apple App Store von der Interwetten Gaming Ltd angeboten; in der Entwicklerbeschreibung werden eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten beworben. Die App ist für iOS im Apple Store gelistet, die Android-Version ist im Play Store verfügbar.
Interwetten ist die richtige Wahl für Spieler, die einen europäischen Klassiker mit langer Marktpräsenz suchen. Die Marke gehört zu den ersten Adressen im deutschsprachigen Online-Wetten, vor allem in Österreich und der Schweiz, und bringt diese Erfahrung in die App mit. Wer jedoch auf ausgefallene Funktionen wie Live-Streaming in großem Stil oder einen integrierten Wetten-Konfigurator Wert legt, findet bei anderen Anbietern mehr.
Betway
Betway wird auf der Whitelist unter Betway.de von der Betway Limited geführt. Die Ersterlaubnis stammt vom 9. März 2021, eine Folgedatum-Erlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die App „Betway Sports Live Sportwetten“ nennt im App Store als Anbieter die Digital Outsource International Limited (London) und verweist auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“; angeboten werden Livewetten und Livestreams. Betway ist international bekannt als Sponsor von Fußballvereinen, Basketball-Ligen und Tennis-Turnieren, was die Markenbekanntheit erhöht, aber kein Qualitätsmerkmal für die App selbst ist.
Betway passt zu Spielern, die Live-Streams und ein breites Sportangebot erwarten, von Fußball über Tennis bis zu eSports-ähnlichen Disziplinen, soweit sie in Deutschland erlaubt sind. Die App-Architektur ist auf mobile Live-Wetten ausgelegt, das Match-Tracker-Feature ist ausgereift. Wer auf eine reine Pre-Match-Wett-Ausrichtung setzt, ist mit anderen Anbietern möglicherweise besser bedient.
MERKUR BETS
MERKUR BETS wird auf der Whitelist unter MERKUR BETS von der Merkur Bets Malta Limited geführt. Die Ersterlaubnis datiert auf den 6. November 2023, ohne Folgedatum in der Liste. Die App ist kostenlos für Android und iOS und bewirbt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“; bemerkenswert ist, dass dieselbe App auch MERKUR SLOTS enthält, also das Casino-Angebot der Marke. Der Cashout ist nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über einen gelben Cashout-Button; die Auszahlung erfolgt aber erst, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind.
MERKUR BETS ist die richtige Wahl für Spieler, die Sportwetten und Slots aus einer Hand wollen und die Marke MERKUR aus dem stationären Spielhallen-Geschäft kennen. Die Kombination ist ungewöhnlich, weil die deutsche Regulierung Sportwetten und Spielautomaten streng getrennt hält; die App bündelt beides unter einer Lizenzstruktur mit unterschiedlichen Erlaubnissen. Wer nur Sportwetten sucht, bekommt sie hier, muss aber im Hinterkopf behalten, dass die App-Oberfläche auch Casino-Inhalte anzeigt, was für manche Spieler reizvoll, für andere ablenkend ist.
bwin
bwin wird auf der Whitelist unter Bwin.de von der bwin (Deutschland) Limited geführt. Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgedatum am 23. Dezember 2022. Die App „bwin – Sportwetten App“ wird im App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten und bewirbt Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Die Marke gehört zu Entain, einem der größten börsennotierten Glücksspielkonzerne weltweit, und bwin ist in Deutschland eine der bekanntesten Sportwetten-Marken.
bwin passt zu Spielern, die eine etablierte Marke mit ausgereifter App-Technik suchen und besonders auf die Kombi- und Quoten-Boost-Funktionen Wert legen. Die automatische Cashout-Funktion, bei der der Spieler vorab eine Schwelle festlegt, ab der die Wette automatisch verkauft wird, ist bei bwin stärker ausgebaut als bei vielen Mitbewerbern. Wer auf einen möglichst breiten Wettmarkt mit hoher Tiefe setzt, ist hier richtig.
Sportwetten.de
Sportwetten.de wird auf der Whitelist unter Sportwetten.de von der NetX Betting Limited geführt. Ersterlaubnis am 19. November 2020, Folgedatum am 16. Dezember 2022. Die App „Sportwetten.de – Sportwetten-App“ enthält laut App-Store-Beschreibung eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID. Der Markenname ist die Domain, der Anbieter firmiert als NetX Betting Limited, was im Whitelist-Eintrag nachprüfbar ist.
Sportwetten.de ist die richtige Wahl für Spieler, die auf eine moderne, auf mobile Bedienung optimierte App setzen und die Vorteile von Face ID, Teil-Cashout und PayPal schätzen. Die Marke ist in Deutschland stark, der Domain-Name ist einprägsam, und die App-Beschreibung positioniert das Produkt im Wettbewerb klar als mobile-first. Wer einen traditionsreichen internationalen Markennamen sucht, ist mit anderen Anbietern besser bedient; wer auf das konkrete App-Erlebnis schaut, liegt hier richtig.
LeoVegas
LeoVegas wird auf der Whitelist unter Leovegas.de von der LVSports Limited geführt. Die Ersterlaubnis datiert auf den 21. Oktober 2024, ohne Folgedatum. Damit ist LeoVegas einer der jüngsten Sportwetten-Anbieter auf der Whitelist, was den Neustart des Sportsegments unter deutscher Lizenz erklärt. Die Muttergesellschaft LeoVegas AB ist in Schweden börsennotiert und bekannt für ihre Casino-Plattform; die Sportwetten-Sparte ist ein eigenständiger Geschäftsbereich. Für virtuelle Automatenspiele auf Leovegas.de besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 27. Februar 2023.
LeoVegas ist die richtige Wahl für Spieler, die aus dem Casino-Bereich kommen und einen Anbieter suchen, der Sportwetten als Ergänzung versteht. Die App ist im Kern eine mobile Plattform, das Sportwetten-Angebot ist neu aufgebaut und möglicherweise nicht in jeder Tiefe so ausgereift wie bei Anbietern, die seit Jahrzehnten im Sportsegment aktiv sind. Wer einen etablierten Sportwetten-Pure-Player sucht, ist mit anderen Anbietern besser bedient.
888sport
888sport wird auf der Whitelist unter 888sport von der 888 Germany Limited geführt. Ersterlaubnis am 30. Juni 2021, Folgedatum am 15. Dezember 2022. Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Marke ist vor allem für 888casino bekannt, der Sportwetten-Arm ist ein zweites Standbein, das in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurde.
888sport ist die richtige Wahl für Spieler, die einen etablierten börsennotierten Konzern mit internationaler Marke suchen. Die App-Architektur teilt sich Infrastruktur mit dem Casino-Bereich, was technisch funktioniert, aber für reine Sportwetten-Spieler gelegentlich Casino-Elemente in die Ansicht einblendet. Wer auf eine reine Sportwetten-Erfahrung Wert legt, sollte vor der Registrierung prüfen, wie sich die App-Oberfläche verhält.
bpremium
bpremium wird auf der Whitelist unter Bpremium.de von der Ladbrokes (Deutschland) Limited geführt. Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgedatum am 21. Dezember 2022. Die Ladbrokes (Deutschland) Ltd hat ihren Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt. Die Muttergesellschaft ist Entain, womit bpremium und bwin unter demselben Dach sitzen, aber als getrennte Marken mit eigenen Apps auftreten. Der Name „bpremium“ deutet auf das frühere Konzept, eine Marke für Premium-Spieler zu schaffen.
bpremium ist die richtige Wahl für Spieler, die einen etablierten Hintergrund (Ladbrokes, Entain) schätzen und mit einer weniger bekannten Marke im deutschen Markt unterwegs sein wollen. Die Marke spielt im Marketing eine kleinere Rolle als bwin, was sich in einer geringeren Sichtbarkeit, möglicherweise auch in einer schmaleren App-Funktionstiefe niederschlägt. Wer auf die größte Marke unter dem gleichen Konzerndach setzt, ist mit bwin besser bedient.
NEO.bet
NEO.bet wird auf der Whitelist unter NEO.bet von der Greenvest Betting Limited geführt. Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgedatum am 22. Dezember 2022. Die App beschreibt sich im App Store als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz; zu den Funktionen zählen Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout. NEO.bet ist ein vergleichsweise junger Anbieter im deutschen Markt, der mit einer modernen App-Oberfläche um Kunden wirbt. Die Marke positioniert sich als digitale Alternative zu den etablierten Namen.
NEO.bet ist die richtige Wahl für Spieler, die einen neueren Anbieter mit moderner App-Architektur suchen und bereit sind, etwas weniger Marken-Bekanntheit in Kauf zu nehmen. Die Funktionen, die im App Store beworben werden, entsprechen dem Branchenstandard. Wer auf eine möglichst breite Wettauswahl und Live-Streams in großem Stil Wert legt, ist mit einem der größeren Anbieter möglicherweise besser bedient.
Weitere Sportwetten-Apps am deutschen Markt
Neben den zehn Anbietern auf der Whitelist gibt es weitere Marken, deren Apps im Play Store gelistet sind und die ebenfalls Sportwetten in Deutschland anbieten oder behaupten. Drei davon verdienen Erwähnung, weil sie im Store auffallen oder weil sie die Frage nach der Lizenz in besonderer Weise aufwerfen.
ODDSET, Tiptorro, Tipwin: Weitere Whitelist-Anbieter
ODDSET gehört zu den staatlichen Lotteriegesellschaften. Die ODDSET Sportwetten GmbH ist nach eigener Angabe seit dem 1. Januar 2020 Veranstalterin der ODDSET Sportwette und führt das Sportwettenangebot der staatlichen Lotteriegesellschaften fort. Online ist das Angebot über die Webseite und die App seit Anfang 2023 verfügbar. ODDSET profiliert sich als Anbieter mit staatlichem Hintergrund, was Vertrauen schafft, aber das Wettangebot schmaler ausfallen lässt als bei internationalen Marken.
Tiptorro wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten; das Unternehmen beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL (Whitelist). Die Marke gehört zur Tipico-Gruppe, ist aber rechtlich eigenständig. Die App ist in Deutschland aktiv, positioniert sich aber nicht als reine Sportwetten-App.
Tipwin bietet in der App Live-Wetten, Cashout (ganz oder teilweise), Videoübertragung ausgewählter Ereignisse und Live-Statistiken; als Anbieter ist die Tipwin Limited, Pjazza Antoine De Paule, Paola, Malta, genannt. Die Marke gehört nicht zu den größten Namen im deutschen Markt, ist aber auf der Whitelist vertreten und bietet ein vollständiges Sportwetten-Angebot.
DAZN Bet und Winamax: Bekannte Marken mit eigener App
DAZN Bet bietet eine App für das iPhone mit Live-Wetten und Cash Out direkt im Wettschein; im App Store ist IBID Malta Limited als Entwickler eingetragen, als Betreiber für den deutschen Markt ist die DZBT Operations Limited genannt. DAZN ist als Sport-Streaming-Dienst bekannt, und DAZN Bet nutzt diese Markenbindung, um Sportwetten an das Streaming-Erlebnis anzubinden. Ob die deutsche Lizenz auf der Whitelist steht, sollte vor einer Registrierung geprüft werden.
Winamax steht als App für iOS im Apple App Store und für Android bei Google Play zur Verfügung. Winamax ist ein französischer Anbieter, der in Deutschland nur eine eingeschränkte Präsenz hat. Die Lizenzsituation ist nicht eindeutig dokumentiert; Spieler sollten vor der Nutzung prüfen, ob der Anbieter auf der Whitelist steht.
Wettstar, Betano, Tipico, bet365: Große Namen mit Whitelist
Wettstar bietet eine App für Android (Google Play) und iOS (App Store) an, die bargeldloses Wetten auf der Rennbahn und unterwegs ermöglicht; Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Wettstar-Konto. Wettstar ist auf Pferdewetten spezialisiert und steht nicht in der Liste der zehn verglichenen Anbieter, weil sein Schwerpunkt außerhalb des klassischen Sportwetten-Segments liegt.
Betano wird auf der Whitelist unter betano.de von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, geführt. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Live-Streaming ist nur für verifizierte Kunden mit einem Mindestguthaben verfügbar; Zahlungsmethoden sind unter anderem Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten.
Tipico ist die vielleicht bekannteste deutsche Sportwetten-Marke und ist im App Store mit der App des Entwicklers Tipico B2B Ltd vertreten; die App bewirbt „Tipico Cashout“ und Live-Wetten. Tipico gehört zu den Anbietern, die am stärksten mit dem deutschen Fußball assoziiert werden. Die Whitelist-Stellung sollte vor Registrierung geprüft werden.
bet365 schließlich wird im App Store vom Entwickler Hillside Technology Limited angeboten und überträgt jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream. Die App enthält den „Wetten-Konfigurator+“, der beliebte Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette kombiniert; Zahlungsmethoden sind unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard. bet365 ist auf der Whitelist unter bet365.de vertreten, betrieben von der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, Stand der Liste 2. Oktober 2026.
bet-at-home und Tipwin: Klassische Marken
bet-at-home bewirbt in der App Live-Wetten, Cash-Out und Bet-Builder sowie Live-Scores von Flashscore und Fotmob. Die bet-at-home.com Internet Ltd. (Mosta, Malta) bezeichnet sich als offiziell lizenzierter, von der GGL beaufsichtigter Sportwettenanbieter. Die Whitelist-Stellung sollte geprüft werden, bevor man sich registriert.
Häufig gestellte Fragen
Wo lassen sich Sportwetten-Apps für Android beziehen, und wie wird die Herkunft einer Installationsdatei geprüft?
Offizielle Apps lizenzierter Anbieter liegen im Google Play Store. Eine APK-Datei, die per Direkt-Download aus dem Internet geladen wird, stammt aus einer ungeprüften Quelle und sollte nicht installiert werden. Die GGL-Whitelist ist die einzige verlässliche Prüfung der Lizenz, nicht der Play Store.
Reicht die Verfügbarkeit im Play Store als Nachweis für eine deutsche Erlaubnis, oder zählt allein die GGL-Whitelist?
Allein die GGL-Whitelist zählt. Google prüft Store-Regeln, nicht die deutsche Glücksspielaufsicht. Eine App kann im Play Store gelistet sein, ohne dass der Anbieter eine Erlaubnis nach § 9 GlüStV hat. Wer unsicher ist, schlägt den Domain-Namen des Anbieters auf der Whitelist der GGL nach.
Gelten in der App dieselben Live-Wetten-Regeln wie im Browser, zum Beispiel bei Wetten auf das nächste Tor?
Ja. Die technische Form wechselt, die Regulierung bleibt gleich. Live-Wetten sind in der App nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten mit seltenen Ereignissen erlaubt. Das nächste Tor im Fußball geht, der nächste Korb im Basketball nicht.
Wie wirken sich das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € und die Sperrdatei OASIS auf die Nutzung per App aus?
Das Limit von 1.000 € pro Monat gilt anbieterübergreifend über die LUGAS-Limitdatei, unabhängig davon, ob die Einzahlung in der App, im Browser oder bei einem anderen Anbieter erfolgt. OASIS prüft jeden Login und jede Registrierung, sodass eine bestehende Sperre den Zugang per App sofort blockiert. Beide Mechanismen greifen in der App genauso wie am Desktop.
Warum nehmen lizenzierte Anbieter keine Zahlungen von fremden Konten oder in Kryptowährung an?
Das GlüStV schreibt in § 6b Abs. 4 vor, dass Zahlungen nur von einem Konto erfolgen dürfen, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte sind keine Zahlungskonten in diesem Sinne, weshalb lizenzierte Anbieter sie nicht akzeptieren.
Wie unterscheidet sich der Umgang mit der Sportwettensteuer von 5,3 % zwischen den Apps verschiedener Anbieter?
Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet und beträgt 5,3 % des Einsatzes minus der Steuer selbst, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Ob ein Anbieter sie vom Einsatz abzieht, aus der Marge trägt oder teilweise an die Spieler weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst. Die Abrechnung ist in den Wettquoten und in der Wett-Historie ersichtlich, aber nicht einheitlich geregelt.
Geschrieben von der Redaktion „Basketballwettenhub”.
